Funkstandard ZigBee 1.0 verabschiedet

Die Verabschiedung von ZigBee 1.0 folgt einer zweijährigen, weltweiten Entwicklungs- und Testphase, an der sich mehr als 100 Unternehmen beteiligt haben. Erste ZigBee-kompatible Geräte sollen bereits in Kürze auf den Markt kommen.
Nach Verabschiedung des Standards soll dieser nun durch weitere Interoperabilitäts- und Skalierbarkeitstests validiert werden, die ZigBee-Allianz will sich zudem daran machen, aktiv für den neuen Standard zu werben. Nachdem bereits 2004 einige ZigBee-Produkte angekündigt worden sind, sollen bereits Anfang 2005 erste Produkte, die den neuen Standard unterstützen, auf den Markt kommen.
ZigBee nutzt den zugehörigen IEEE-Standard 802.15.4, der die physikalische Schicht (PHY), die Zugriffskontrolle (MAC) und ein stromsparendes, mit garantierten Zeitfenstern versehenes Netzwerk-Routing inkl. Energie- und Verbindungsqualitätserkennung bereitstellt. Eine automatische Suche nach ungenutzten Funkkanälen soll dabei für eine gute Koexistenz mit anderen drahtlosen Netzwerken sorgen. Daten können dabei in voreingestellten Zeitintervallen gesendet werden, zudem wird eine 128-Bit-AES-Verschlüsselung für Datensicherheit unterstützt, aber auch weitere Verschlüsselungsoptionen stehen zur Verfügung.
ZigBee selbst stellt das Protokoll für eine eigene Netzwerkschicht zur Verfügung, die sich insbesondere durch "Kommunikationsredundanz" auszeichnen soll, womit Fehler in als "Mesh" organisierten Netzwerken ausgeschlossen werden sollen.
ZigBee-konforme Produkte nutzen freie Frequenzbänder, weltweit wären dies 2,4 GHz, in den USA zusätzlich noch 915 MHz und in Europa 868 MHz. Bei 2,4 GHz können mit zehn Kanälen bis zu 250 KBit/s, bei 915 MHz mit sechs Kanälen bis 40 KBit/s und bei 868 MHz mit einem Kanal bis zu 20 KBit/s erzielt werden. Die ZigBee-Reichweite soll - abhängig von der jeweiligen Sendeleistung und der Umgebung - zwischen 10 und 75 Metern liegen.
ZigBee-Netzwerke können bis zu 255 aktive Knoten pro "Netzwerk-Koordinator" umfassen, wobei mehrere Netzwerk-Koordinatoren zur Errichtung von ZigBee-Netzwerken mit über 4.000 Teilnehmern verknüpft werden können. Dank ZigBee sollen Geräte so stromsparend agieren können, dass sie im Batteriebetrieb in Verbindung mit teils stundenlangen Schlafphasen unter Nutzung üblicher Akkutechnik mehrere Monate bis Jahre durchhalten können. Für den geringen durchschnittlichen Stromverbrauch soll auch der geringe Aktivitätszyklus bei der Kommunikation im ZigBee-Netzwerk sorgen.
Anwendungsgebiete sieht die ZigBee-Allianz nicht nur in der Gebäudesteuerung etwa mittels drahtloser Thermostate, Sensoren für Alarmanlagen, Gasmeldern und drahtlosen Notrufsystemen für Senioren und Fernbedienungen aller Art, sondern auch für den Heimbereich. Hier könnten neben Haushaltsgeräten, PCs und Peripherie wie etwa Tastaturen, Mäuse oder Joysticks auch Spielekonsolen oder Kinderspielzeug mit ZigBee ausgestattet werden.



