Importhändler verlangen zum Teil das Doppelte vom eigentlichen Kaufpreis. Wie angekündigt brachte Sony sein erstes Spiele-Handheld PlayStation Portable (PSP) in Japan zum heutigen 13. Dezember 2004 auf den Markt und kann den Bedarf bei weitem nicht decken. Bei nur 200.000 Stück für die ersten Tage und 500.000 Stück bis Ende des Jahres ist das allerdings auch kein Wunder – auch nicht, dass Importhändler dadurch kaum an Geräte herankommen und diese dann auch in der Regel deutlich teurer verkaufen.
Laut Berichten von Online-Händlern wie Lik-Sang.com(öffnet im neuen Fenster) und Play-Asia.com(öffnet im neuen Fenster) sieht es derzeit mit der Liefersituation traurig aus – selbst die Elektronikgeschäfte in Japans Hauptstadt Tokio sollen abhängig von ihrer Größe nur 100 bis 2.000 PSPs erhalten haben. Ein Tokioter Händler hat dabei laut Lik-Sang schon vor offiziellem Verkaufsstart PSPs herausgerückt und entwickelte sich zum Geheimtipp. Damit nicht nur Händler unter den stundenlang wartenden Kunden sind, durfte jede Person nur ein PSP kaufen. Einige Importhändler versuchten dies offenbar durch Bezahlung von Obdachlosen zu umgehen, die sich für sie anstellten.
Play-Asia zufolge konnten nur diejenigen eine PSP ergattern, die sich rechtzeitig genug anstellten und schon nachts vor den jeweiligen Geschäften kampierten. Innerhalb weniger Stunden sei jeder Laden ausverkauft gewesen und mit Nachschub sei erst in ein paar Tagen zu rechnen.
In einem auf Lik-Sang veröffentlichten Erlebnisbericht zum PSP-Verkaufsstart ist zu lesen, dass die Akkulaufzeit eines der erworbenen Sony-Handhelds bei voller Aufladung, je 50-prozentiger Lautstärke und LCD-Helligkeit bei 6 Stunden und 3 Minuten gelegen habe – allerdings wurde wohl nicht die ganze Zeit gespielt. Das ist nicht so wenig wie befürchtet, aber immer noch weniger als erhofft – Nintendos DS hält im Dauerbetrieb trotz zweier LCDs im Schnitt gut 8 Stunden durch, hat allerdings auch kein optisches Laufwerk und weniger Grafikleistung.
Sonys PSP wird in Japan für 26.040 Yen inklusive Steuer verkauft, was umgerechnet rund 190,- Euro entspricht. Dank der Knappheit liegen die Preise im Importhandel auch schon mal doppelt bis dreimal so hoch – ohne Spiel wohlgemerkt.