EU wendet 45 Millionen Euro für Jugendschutz im Netz auf

Eltern soll bei der sicheren Nutzung des Internets geholfen werden

Der Rat "Telekommunikation" der EU hat das Programm "Mehr Sicherheit im Internet" verabschiedet, das Eltern und Lehrern Instrumente zur sicheren Nutzung des Internets an die Hand geben will. Das von der Europäischen Kommission im März 2004 vorgeschlagene Vierjahresprogramm (2005 bis 2008) wird mit 45 Millionen Euro ausgestattet.

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Das Programm soll dem Kampf gegen illegale und schädliche Inhalte im Internet dienen und gilt auch für andere Medien wie Videos. Es widmet sich daneben ausdrücklich der Bekämpfung von Rassismus und Spam. Es soll sich vor allem an die Endnutzer richten, also an Eltern, Lehrer und Kinder.

"Lehrer und Eltern wollen heute Instrumente und Fähigkeiten zur sicheren Nutzung des Internets. Wir müssen uns aktiver um die Nutzung der neuen Medien durch unsere Kinder kümmern und ihnen beibringen, das Internet sicher zu nutzen. Dies ist entscheidend für ihre Zukunft in der Informationsgesellschaft. Die EU wird die Bemühungen zur Bereitstellung dieser Instrumente und zum Erwerb dieser Fähigkeiten koordinieren", erklärte die für die Informationsgesellschaft und die Medien zuständige Kommissarin Viviane Reding. "Ich bin besonders froh darüber, dass sich das Parlament und der Rat sehr schnell auf den Vorschlag der Kommission einigen konnten. So können wir rasch und wirksam handeln, um das Internet sicherer und vertrauenswürdiger zu machen."

Die vier Aktionsbereiche des Programms sollen Folgendes umfassen:

  • Bekämpfung illegaler Inhalte: Es sollen Meldestellen eingerichtet werden, die Berichte der Bürger über illegale Inhalte entgegennehmen und sie an die Stellen weiterleiten, die entsprechende Maßnahmen treffen können. Das Programm soll einzelne Meldestellen und die Koordinierung des Netzes finanziell unterstützen und auf Stellen erweitert werden, bei denen sich Kinder melden können, die durch illegale und schädliche Inhalte verängstigt wurden.
  • Bekämpfung unerwünschter und schädlicher Inhalte: Es sollen Zuschüsse für Technologien gewährt werden, die es den Nutzern ermöglichen, den Eingang unerwünschter und schädlicher Inhalte mengenmäßig zu begrenzen bzw. die Wirksamkeit vorhandener Filter zu beurteilen. Ferner sollen Mittel zur Unterstützung der Entwicklung besserer Filter zur Verfügung gestellt und der Austausch von Informationen und Praktiken über die wirksame Bekämpfung von Spam gefördert werden. Die wirksamere Bekämpfung von Spam soll von der Kommission als Ergänzungsmaßnahme zum bereits geltenden "Spam-Verbot" in der Datenschutzrichtlinie für die elektronische Kommunikation unterstützt werden.
  • Förderung eines sichereren Umfelds: Die EU unterstützt die Selbstregulierung, die Flexibilität bieten soll und ein Verständnis der Bedingungen des Mediums in einem Bereich ermöglichen soll, in dem Spitzentechnologie, rascher Wandel und grenzüberschreitende Aktivität zusammenspielen. Die Kommission will dazu ein Forum "Sichereres Internet" (Safer Internet Forum) für den Erfahrungsaustausch zwischen nationalen Mitregulierungs- und Selbstregulierungsgremien einrichten.
  • Sensibilisierung: Die Kommission will den Informationsaustausch über die sicherere Nutzung des Internet fördern, insbesondere in Verbindung mit personalisierten, interaktiven und mobilen Anwendungen.
Eine neue, EU-weite Erhebung (Eurobarometer) über die Internetnutzung zeigt nach Auskunft des EU-Rates, dass Eltern mit steigendem Wissen über das Internet immer mehr Informationen darüber wünschen, wie sie die Nutzung für ihre Kinder sicher machen können. Viele Eltern seien sich auch der Risiken nicht bewusst, die ihren Kindern beim Surfen im Internet drohen. Fast 60 Prozent aller europäischen Eltern wissen den Studienergebnissen nach nicht, wo sie illegale und schädliche Inhalte melden können.

Die Internetnutzung ist am stärksten bei Kindern in den 15 "alten" EU-Mitgliedsstaaten verbreitet, doch viele neue Mitgliedsstaaten hinken nicht weit hinterher: Dänemark, Niederlande, Großbritannien (je ca. 64 Prozent), Schweden (63 Prozent), Finnland (62 Prozent), Estland (60 Prozent) und Tschechische Republik (58 Prozent). Sehr selten wird das Internet von Kindern in den beiden griechisch sprechenden Ländern genutzt (Griechenland: 15 Prozent und Zypern: 20 Prozent), und auch nicht häufig in der Slowakei (30 Prozent) und in Portugal (31 Prozent).

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