Konsolen-Modder in den USA verhaftet
Wie erst jetzt bekannt wurde, haben US-Behörden in der vergangenen Woche bei drei Läden der Elektronik-Kette "Pandora's Cube" in der Umgebung der Hauptstadt Washington Razzien durchgeführt. Dabei wurden zwei Angestellte verhaftet.
Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge waren die Beschuldigten mit besonderer Dreistigkeit vorgegangen. Sie verkauften modifzierte Xbox-Konsolen, die mit einem Modchip und größeren Festplatten ausgestattet waren. Auf den Platten sollen sich bis zu 15 Spiele "vorinstalliert" gefunden haben - ob die Originale mitgeliefert wurden, ist derzeit noch unklar. Aus Forenbeiträgen, unter anderem hier,(öffnet im neuen Fenster) geht jedoch hervor, dass es sich um Raubkopien gehandelt habe. Die Mitarbeiter hätten Kunden auf Wunsch auch Emulator-Software verkauft, mit der sich nahezu jedes Konsolenspiel auf den Xboxen betreiben ließ. Ein vorgeblicher Kenner der Läden berichtet: "Die haben die Xboxen mit Tonnen an Emulatoren für Konsolen und Spielautomaten und jedem ROM bestückt, das sie nur finden konnten." Die Konsolen sollen im Schaufenster mitsamt der Liste der mitgelieferten Spiele beworben worden sein.
Besonders pikant ist auch, dass den Berichten zufolge Pandora's Cube auch Software zum Kopieren von Spielen auf die Festplatte mitgeliefert hatte. Da damit ein Kopierschutz umgangen werden kann, ist allein schon diese Software in den USA illegal. Der umstrittene Digital Millennium Copyright Act (DMCA) aus dem Jahr 1998 verbietet ähnlich dem seit 2003 in Deutschland geltenden neuen Urheberrecht das Umgehen von Maßnahmen zum Kopierschutz. [von Nico Ernst]



