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Deutschland: Weniger Outsourcing als im europäischen Schnitt

Deutsche Unternehmen und Behörden lagern seltener aus

Deutsche Unternehmen und Behörden lagern ihre IT seltener aus als der europäische Durchschnitt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie aus dem November 2004, die Benchmark Research Ltd. im Auftrag des europäischen IT-Dienstleisters Steria durchgeführt hat. Der öffentliche und der private Sektor in Deutschland und Europa sind sich in Bezug auf die Nutzung von IT-Dienstleistungen jedoch ähnlicher, als Unternehmen und Behörden voneinander annehmen.

Artikel veröffentlicht am ,

Das Outsourcing von IT-Services spielt in Deutschland insgesamt eine geringere Rolle als im europäischen Durchschnitt. Während in Europa jeweils 51 Prozent der Befragten angaben, für ihre Back-Office-Anwendungen sowie für "Systemintegration und Netzwerke" IT-Dienstleister zu beauftragen, gilt dies in Deutschland lediglich für 28 Prozent (Back-Office-Anwendungen) beziehungsweise 36 Prozent (Integration und Netzwerke) der Befragten. Auch den Desktop Support (Deutschland 25 Prozent, Europa 41 Prozent), Rechenzentren (32 Prozent/39 Prozent) und Unternehmenssysteme (24 Prozent/39 Prozent) lagern deutsche Unternehmen und Behörden seltener aus als ihre europäischen Kollegen. Lediglich beim Outsourcing von webbasierten Anwendungen liegt Deutschland mit 60 Prozent über dem europäischen Durchschnitt von 51 Prozent.

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Das meistgenannte Motiv für die Beauftragung eines IT-Dienstleisters ist für den öffentlichen und den privaten Sektor in Europa der Zugang zu Experten-Know-how (55 Prozent der Befragten aus dem öffentlichen Sektor, 51 Prozent der Befragten aus der Privatwirtschaft), gefolgt von verbesserten Service Levels (30 Prozent/31 Prozent). Erst dann folgt der Kostenaspekt: Die Reduktion der IT-Kosten ist für 24 Prozent der Befragten im öffentlichen Sektor relevant, Unternehmen aus der Privatwirtschaft messen diesem Punkt europaweit eine etwas höhere Bedeutung zu (32 Prozent der Befragten).

In Deutschland zeigt sich in Bezug auf die Gründe für die Auslagerung an einen IT-Dienstleister ein ähnliches Bild wie in Europa. Der Faktor "Zugang zu Experten-Know-how" ist für die Befragten aus Deutschland mit 72 Prozent dabei jedoch wichtiger als im europäischen Durchschnitt (53 Prozent). Ein weiterer wesentlicher Unterschied besteht in der Bedeutung, den die Befragten in Deutschland dem Fachwissen des Dienstleisters in Bezug auf das Management von Geschäftsprozessen beimessen: Dies liegt mit einer Zustimmung von 56 Prozent in Deutschland auf Platz zwei, im europäischen Durchschnitt mit 15 Prozent jedoch an letzter Stelle.

Am Beispiel der Messgrößen, anhand derer Unternehmen und Behörden ihre IT-Dienstleister bewerten, zeigt sich, dass europaweit nur geringe Unterschiede zwischen öffentlichem und privatem Sektor bestehen: Hier wurden sowohl von Behörden als auch Unternehmen der Kundenzufriedenheitsindex (53 Prozent der Befragten im öffentlichen Sektor/47 Prozent der Befragten im privaten Sektor), die Antwortzeiten (jeweils 51 Prozent) und die Gesamtbetriebskosten (39 Prozent/45 Prozent) als häufig eingesetzte Messgrößen genannt. Ein signifikanter Unterschied besteht lediglich darin, inwieweit der Return on Investment (ROI) als Messgröße herangezogen wird: Unternehmen legen hier mit 39 Prozent der Befragten mehr Wert auf den Kapitalrückfluss als Behörden (25 Prozent).

Während die Befragten aus beiden Sektoren bei den Messgrößen ähnliche Angaben machten, glauben sie jedoch selbst an größere Unterschiede: Nur 25 Prozent der Unternehmen nehmen der Studie zufolge an, dass öffentliche Verwaltungen den Kundenzufriedenheitsindex als Messgröße einsetzen (tatsächlich sind es 53 Prozent der Behörden). Der öffentliche Sektor wiederum überschätzt die Bedeutung des ROI im privaten Sektor (52 Prozent gegenüber tatsächlicher Nutzung von 39 Prozent).

"Im Laufe der letzten Jahre hat sich zwar die Bereitschaft für Outsourcing in deutschen Untenehmen und Behörden spürbar beschleunigt - dennoch haben wir das Niveau im Vergleich zu den übrigen europäischen Ländern noch lange nicht erreicht", unterstrich Dr. Horst Teschke, CEO Central Europe bei Steria, die Ergebnisse der Studie. "In Bezug auf die Unterschiede zwischen Unternehmen und öffentlichen Organisationen bestätigt die Studie unsere Wahrnehmung, dass dort mittlerweile ähnlich gearbeitet wird. Aus unserer täglichen Erfahrung mit Projekten in öffentlichen Verwaltungen wissen wir, dass Schlagworte wie Kundenzufriedenheit und Gesamtbetriebskosten längst auch Einzug in die europäischen Amtsstuben gehalten haben."

Für die Studie "Öffentlicher versus privater Sektor: Einstellungen zu externen IT-Dienstleistungen" wurden 280 öffentliche Organisationen und 290 Unternehmen der privaten Wirtschaft befragt (Deutschland: 100 Telefoninterviews). Die Studie vergleicht die Nutzung von IT-Dienstleistungen in den beiden Sektoren in Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Norwegen, Schweden und Spanien.



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c.b. 09. Dez 2004

Sicher. Da hast Du natürlich recht. Ich habe die gesamte Trägheit damit gemeint. Wobei...

Snake 09. Dez 2004

man kann das auch anders deuten: Die Unternehmen besitzen in Deutschland mehr know how...

c.b. 09. Dez 2004

...die typisch teutonische Mentalität, nach dem berühmt/berüchtigten Satz, der...


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