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Massive Steuerverschwendung in bayerischer Staats-IT

EDV-gestützte Personalverwaltung in extrem heterogenen Umgebungen. Der Bayerische Oberste Rechnungshof (ORH) rügt in seinem Jahresbericht 2004 den verschwenderischen Umgang mit Steuermitteln beim Softwareeinsatz zur Personal- und Stellenverwaltung der rund 338.000 staatlichen Bediensteten. Dieser erfolgt dem Bericht nach in nicht weniger als 16 verschiedenen Systemen.
/ Jens Ihlenfeld
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Der Rechnungshof schreibt in seinem Gutachten, dass die Personal- und Stellenverwaltung mit wesentlich weniger Personal- und Sachaufwand durchgeführt werden könnte, wenn dies in einem einheitlichen System erledigt würde und nennt sogar mit "DIAPERS" ein solches, das vom Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (LfStaD) seit 1980 entwickelt wird.

Das ressortübergreifende Verfahren "DIAPERS" wird für rund 151.000 Bedienstete eingesetzt, heißt es in dem Bericht. Die Daten von 72.100 Bediensteten werden mehrfach mit unterschiedlichen Verfahren verwaltet. Für rund 29.000 Bedienstete werden die Personaldaten sogar noch manuell (z.B. Karteikarten) oder z.B. mit Microsoft Word, Excel, Access geführt.

Die Bemühungen der Verwaltung, Standards für die Personal- und Stellenverwaltung zu vereinbaren und darauf basierend ein einheitliches Verfahren zu entwickeln, reichen weit in die Vergangenheit zurück. Schon 1975/1976 hat eine interministeriell besetzte Projektgruppe im Auftrag der ständigen Personalreferentenrunde der obersten Dienstbehörden untersucht, ob ein einheitliches Datenverarbeitungsverfahren zur Personalverwaltung und Stellenbewirtschaftung entwickelt werden kann.

Der ORH schätzt den erreichbaren Effizienzgewinn bei einem einheitlichen System auf mehr als 250 Vollzeitkräfte – eine diesem Personalaufwand entsprechende Geldsumme wurde nicht genannt.


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