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Spieletest: Crash N Burn - Brennende Autos & Unfallgarantie

Neues Rennspiel von Eidos für PlayStation 2 und Xbox. EA und Criterion haben mit Burnout 3 erst kürzlich wieder bewiesen, wie spielerisch reizvoll spektakuläre Unfälle in einem Rennspiel sein können. Eidos geht jetzt noch einen Schritt weiter – in Crash 'N' Burn sind Karambolagen keine nette Ergänzung, sondern zentrales Spielelement.
/ Thorsten Wiesner
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Konnte man bei Burnout 3 zumindest zeitweise seine ganze Konzentration auf gelungene Fahrmanöver und Runden-Bestzeiten lenken, regiert bei Crash N Burn von Anfang an die Zerstörung – alle Rennteilnehmer versuchen auf möglichst brutale Art und Weise, die Konkurrenten zu rammen, von der Strecke zu drängen oder zu Unfällen zu zwingen und so früher oder später fahrunfähig zu machen. Das zeigt meist schon nach wenigen Sekunden Wirkung: Rasen zu Beginn noch 16 Kontrahenten über die Strecken in Miami und Los Angeles, geht nach und nach ein Auto nach dem anderen in Flammen auf – und bleibt als gefährliches Wrack auf der Strecke liegen.

Rast man selbst mit seinem Wagen durch eine brennende Karosserie, eine Öllache oder kracht gegen eine Wand, nimmt man natürlich auch selbst Schaden, was sich in einer abnehmenden Energie-Leiste niederschlägt. Sobald diese Leiste leer ist, gesellt man sich zu den anderen Schrotthaufen hinzu. Das ist anfangs durchaus nett anzusehen – schließlich gab es bisher kaum ähnlich beeindruckende Schlachtfelder in einem Rennspiel.

Schnell werden allerdings auch die Mankos des Spielprinzips offensichtlich; so ist es teilweise manchmal schon lächerlich, wie schnell sich die Computergegner von der Strecke befördern – in einem Rennen etwa blieben von den 16 Karossen am Ende nur noch zwei (inklusive unserer eigenen) übrig. Zudem ist die KI stellenweise wirklich absolut miserabel – da wird gar nicht erst versucht, den Crash zu umfahren, stattdessen brettern die Wagen einfach munter in die Unfallszenarien herein.

An einigen Stellen macht sich dieses KI-Unvermögen besonders negativ bemerkbar – nämlich dann, wenn es enge Passagen auf den Strecken gibt. Hier kommt es – vor allem bei den Kamikaze-Kursen, bei denen jeweils die Hälfte des Rennfeldes aus der entgegengesetzten Richtung kommt, zwangsläufig zu Massenkarambolagen; und als Spieler hat man keine Möglichkeit, diesen auszuweichen, was für viel Frust sorgt. Da hilft es auch wenig, dass man zwischen den Rennen in bester Need-for-Speed-Manier neue Teile für den Motor oder die Karosserie an seine Fantasie-Fahrzeuge heften kann.

Auch optisch reißt Crash N Burn keine Bäume aus – bei der uns vorliegenden PlayStation-2-Version gab es immer wieder unangenehme Ruckler, der Detailgrad von Strecken und Fahrzeugen ließ ebenfalls zu wünschen übrig. Zumindest die deutsche Sprachausgabe mit ihren sehr fatalistischen Kommentaren zum wilden Renngeschehen sind eine Zeit lang recht amüsant.

Crash N Burn ist für die Xbox und die PlayStation 2 bereits im Handel erhältlich; beide Versionen bieten einen Online-Modus.

Fazit:
Eigentlich ist Crash N Burn gar nicht so schlecht – das aggressive Szenario ist schon für die eine oder andere spaßige Rennrunde gut. Das große Problem dieses Titels ist aber schlicht und ergreifend das Vorhandensein von Burnout 3; zwar geht es dort nicht ganz so wild zur Sache, dafür sind Grafik, Sound, Optionsvielfalt und Renngefühl des EA-Titels aber um Klassen besser. Crash N Burn bleibt da abgeschlagen zurück.


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