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Grafikchips: Streicht Nvidia NV50 und NV48?

Unbestätigten Angaben zufolge strickt Nvidia die gesamte Roadmap um. Bei Nvidia stehen die Zeichen auf Sturm. Die Gerüchte verdichten sich, dass in diesem Winter kein Upgrade des 6800 Ultra erscheinen soll – auch die neue Architektur des NV50 steht in Frage. Der Grafik-Gigant wollte zu diesen Meldungen vorerst keine Stellung beziehen.
/ Christian Klaß
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Langsam, aber sicher droht der lange Jahre führende Grafikchiphersteller Nvidia seine Vormachtstellung zu verlieren. Bisher funktionierte Nvidia, von einzelnen Ausnahmen abgesehen, wie ein Uhrwerk: Alle sechs Monate gab es einen neuen Grafikchip, der deutlich schneller als der Vorgänger war. Die internen Codenamen sahen dabei für die Sommervariante eine neue Architektur mit einer Null als zweiter Ziffer vor – so hört auch der aktuelle GeForce 6800 Ultra auf die Bezeichnung NV40.

Im Winter erscheint dann laut der Nvidia-Doktrin ein "Speed Bump", mit geringfügig höheren Takten. Bisher rechneten die Grafikkartenhersteller mit dem Chip NV48, der ähnlich ATIs Wechsel vom Radeon X800 Pro zum X850 vor allem durch höheren Takt überzeugen sollte. Derzeit ist ATIs neuer Chip etwas schneller als das Nvidia-Pendant.

Laut Informationen der britischen News-Site The Inquirer(öffnet im neuen Fenster) hat Nvidia jetzt beschlossen, den NV48 nicht mehr auf den Markt zu bringen – und sogar die komplett neue Architektur des NV50 abgekündigt. Ob sich die intern konkurrierenden Entwicklungs-Teams bereits auf ein neues Projekt konzentrieren, ist noch nicht bekannt.

Gegenüber Golem.de wollte ein um Anonymität bemühter Hersteller von Grafikkarten diese Meldungen nicht klar bestätigen. Dennoch sei es für Nvidia leicht möglich, eine neue Version der NV4x-Serie auch später zu bringen, da die Layouts der Grafikkarten selbst dafür nicht geändert werden müssten, war zu hören. Die Spezifikationen für eine neue Architektur, in diesem Fall den NV50, erhalten die Hersteller ohnehin erst wenige Wochen vor der offiziellen Ankündigung des Produkts. Die Speed Bumps ließen sich jedoch immer im Verlauf von zwei bis drei Wochen in die laufende Produktion integrieren, so unsere Quelle weiter.

Nvidia wollte zu den jüngsten Meldungen nicht Stellung nehmen. Bereits auf der Games Convention im August 2004 hatte das Unternehmen jedoch angekündigt , sich vom üblichen Sechs-Monats-Rhythmus auf Zyklen von neun Monaten umzustellen.

Zwar hat ATI damit anscheinend im Jahresendgeschäft die schnellste Grafikkarte am Markt – die schnellste Dual-Grafikkarten-Lösung kommt jedoch immer noch von Nvidia. Derzeit arbeiten die Mainboard-Hersteller fieberhaft daran, möglichst viele Produkte fit für Nvidias SLI zu machen. Dabei werden zwei Grafikkarten gekoppelt, um unter idealen Bedingungen nahezu die doppelte Leistung zu erreichen – das allerdings nur zu Systemkosten, die in den Workstation-Bereich vorstoßen, und mit über einem halben Kilowatt realer Leistungsaufnahme Netzteil und Stromzähler einiges abverlangen. [von Nico Ernst]


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