Hardware-Firewall unterstützt Quantenkryptographie
Das Projekt PRODEQUAC (Prototype Development for Quantum Cryptography) wurde im Herbst 2002 im Rahmen der Projektlinie Embedded Systems des FIT-IT-Programms des österreichischen Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie gestartet. Das Projekt soll die Quantenkryptographie mit neuen Hard- und Softwaresystemen sowie Sicherheitskonzepten verbinden, verkleinern und über einfache Schnittstellen den Einbau in bestehende IT-Infrastrukturen von Unternehmen ermöglichen.
Der Prototyp wurde als so genannte Hardware-Firewall realisiert und besteht aus zwei voneinander getrennten Einschubkarten mit jeweils eigenem Betriebssystem. Dadurch soll die Trennung des internen Firmennetzes vom externen Internet auch physisch gewährleistet werden.
Der Einsatz der Quantenkryptographie verspricht vor allem die Lösung zweier fundamentaler Probleme heutiger Verschlüsselungssysteme: Einerseits die Erzeugung sich niemals wiederholender Schlüssel durch die absolute Zufälligkeit als Grundmerkmal der Quantenphysik. Andererseits deren Verteilung an die beteiligten Partner, da die Schlüssel bei beiden gleichzeitig in Echtzeit erzeugt werden.
Die Schlüssel zur Datencodierung werden mit verschränkten Lichtteilchen erzeugt, wobei die Messung an einem Teilchen die Eigenschaften des zweiten beeinflusst - unabhängig von seiner Entfernung. Die quantenkryptographisch erzeugten Bitfolgen, die zur Verschlüsselung der Daten über den VPN-Tunnel dienen, werden in einem optischen Aufbau erzeugt und im Prototyp gespeichert. So können alle Daten, die beispielsweise über einen VPN-Tunnel ausgetauscht werden, automatisch über den PRODEQUAC-Prototyp verschlüsselt und mit einer Geschwindigkeit von mehr als 1 Megabit pro Sekunde übertragen werden.