Siemens: Mobilfunk mit einem Gigabit pro Sekunde
Bei ihrem aktuellen Weltrekord nutzen die Forscher eine Grundfrequenz von 5 Gigahertz, also einen Bereich, in dem zukünftige kommerzielle Übertragungskanäle liegen dürften. Die Bandbreite von 100 Megahertz (MHz) spalteten sie in eng benachbarte Trägerfrequenzen auf, die sich gegenseitig nicht stören. Dieses Orthogonal Frequency Division Multiplexing (OFDM) schützt die Signale weitestgehend vor Störungen wie Echos, die durch Reflexionen an Gebäuden entstehen.
Zusätzlich verwendeten die Forscher ein MIMO-System (Multi-Input-MultiOutput) aus drei Sende- und vier Empfangsantennen. Bei diesen Mehrantennensystemen übertragen mehrere Antennen gleichzeitig unterschiedliche Datenströme in demselben Funkkanal und Frequenzband. Im Vergleich zu Einzelantennen, die jeweils auf einer separaten Frequenz senden, lässt sich durch das MIMO-Verfahren die Datenrate vervielfachen, indem es das Frequenzspektrum wesentlich effizienter nutzt.
Erst kürzlich gelang Siemens-Forschern in einem anderen Feldversuch die Übertragung von 360 Megabit pro Sekunde. Datenraten in diesen Größenordnungen sollen nach Ansicht von Siemens in etwa zehn Jahren für die Übertragung von Videos, Bildern und anderen Multimediadaten tatsächlich benötigt werden.