WLAN: OLSR 0.4.8 macht mobile Ad-hoc-Netzwerke effizienter
Die aktuelle Version ermittelt laut OLSR.org und dem - immer noch mit dem größten OLSR-Testnetz arbeitenden - Berliner c-base e.V. die Qualität der drahtlosen Verbindungen zwischen den mobilen Netzknoten und zieht diese Information zur Ermittlung optimaler Routen heran. Sie bedient sich dabei einer Variante der ETX-Metrik (Expected Transmission Count). Ausgehend von dem Paketverlust einer drahtlosen Verbindung schätzt ETX die Anzahl der Versuche ab, die ein Netzknoten benötigt, um ein IP-Paket erfolgreich über eine gegebene drahtlose Verbindung zu übertragen.
Gute Verbindungen, also Verbindungen mit weniger vorhergesagten Übertragungsversuchen pro Paket, werden dann bei der Berechnung von Routen bevorzugt. Im Vergleich zu den heute vorherrschenden mobilen Routing-Protokollen ohne Qualitätsmetrik soll diese Erweiterung stabilere und effizientere, mobile Ad-hoc-Netzwerke ermöglichen.
OLSR ist ein Internet-Standard (RFC 3626) für mobile Ad-hoc-Netzwerke und ermöglicht es mobilen, WLAN-fähigen (IEEE 802.11) Endgeräten, sich unproblematisch zu einem großflächigen Netzwerk zu vereinen. Das Protokoll spielt deshalb laut c-Base e.V. eine wichtige Rolle in unabhängigen Community-Netzwerken auf WLAN-Basis.
"Ich bin überzeugt, dass die Version 0.4.8 ein Meilenstein in der Evolution frei verfügbarer Routingsoftware für Community-Netzwerke ist" , so Elektra, die zusammen mit der Berliner Technologie- und Kunstschmiede c-base und der freifunk.net-Community für die ETX-Integration in olsrd verantwortlich zeichnet.
Die Version 0.4.8 deckt Linux, Windows, FreeBSD und MacOS X ab. Im Embedded-Bereich ist olsrd auf dem Accesspoint WRT54G(S) von Linksys mit OpenWRT als Betriebssystem sowie auf dem Meshcube der 4G Systeme GmbH lauffähig. Die unter einer BSD-Lizenz verfügbare Open-Source-Lösung findet sich zum Download auf der OLSR-Projekt-Website www.olsr.org(öffnet im neuen Fenster) .