Spieletest: Zelda, Mario, Donkey Kong - neue GBA-Hits
Drei neue Nintendo-Titel im Überblick. Auch auf dem GBA hat pünktlich zum Weihnachtsgeschäft eine wahre Release-Flut eingesetzt - da den Überblick zu behalten, fällt alles andere als leicht. Als Garant für empfehlenswerte GBA-Spiele entpuppt sich dabei aber erneut Nintendo, die in letzter Zeit gleich drei hochwertige neue Titel veröffentlicht haben.
Erstes Spiel im Bunde ist Mario Vs. Donkey Kong . Nachdem der berühmte Affe Donkey eines Abends im Fernsehen sieht, dass Mario-Spielzeugpuppen derzeit der absolute Renner sind, beschließt er kurzerhand, sich alle diese Figuren einzuverleiben - und plündert die nahe gelegene Spielzeugfabrik. Natürlich bricht Klempner Mario sofort auf, um die Figuren zurückzuholen - und muss dafür durch Dutzende Level, in denen die Puppen verstreut sind.
Jeder Level bietet eine Rätselanordunung, nicht ganz unähnlich solchen Spielen wie Lemmings oder auch Lost Vikings. So gibt es Schalter, mit denen Wände aufpoppen oder verschwinden, Waffen wie Hämmer, mit denen sich unliebsame Gegner aus dem Weg räumen lassen sowie Sprungfeder und Reckstangen, um auf höhere Ebenen zu gelangen. Zumeist muss man zunächst - vorbei an Gegnern und Fallen - einen Schlüssel erreichen, mit dem man dann eine Tür öffnet, hinter der sich - wieder am Ende eines kleinen Plattformrätsels - die Mario-Figur verbirgt.
Grafik und Sound sind witzig und liebevoll, der Schwierigkeitsgrad zunächst recht niedrig, im späteren Verlauf aber auch für Plattform-Profis eine Herausforderung. Wer die Kombination aus Jump&Run und Denksport mag, kann bedenkenlos zugreifen.
In Super Mario Ball feiert der blau-rote Klempner gleich seinen nächsten Auftritt, allerdings in einer deutlich ungewohnteren Form - eine Maschine hat Mario in eine Kugel gepfropft, die sich nun nach Art eines Flippers in unterschiedlichsten Szenarien durch Level schießen lässt.
Allerdings hat Nintendo glücklicherweise nicht einfach ein paar statische Flipper-Tische gebaut, sondern stattdessen lebendige Welten erschaffen - die Bumper sind hier etwa herumlaufende Kakteen in der Wüste, Kugelfische unter Wasser oder auch aus anderen Nintendo-Titeln bekannte Bösewichte. Ziel ist es natürlich dennoch, diese beweglichen Objekte zu erwischen und so dann Boni wie Multi-Bälle oder Größen-Updates zu erhalten, die Gegner vom Tisch zu fegen oder aber Zugang zu neuen der insgesamt 30 Welten zu erhalten.
Am oberen Bildschirmrand gibt es häufig Türen, die ihrerseits in neue Level führen - trifft man sie, öffnen sie sich und man erhält Zugang zur nächsten Flipper-Welt. Natürlich sorgen zahlreiche Extras und Überraschungen für einige Abwechslung.
Grafik und Sound sind gelungen, nichtsdestotrotz ist die Dauermotivation nicht die allerhöchste - trotz des vielseitigen Designs der Welten gilt es schließlich meist nur, die beiden Flipper-Schläger zu bedienen; somit dürfte der Titel vor allem für Pinball-Fans interessant sein, für andere nicht so sehr.
Ein ganz besonderes Highlight ist wieder einmal das neue Zelda-Spiel - wie schon die vorherigen Ports der populären Reihe für den GBA ist auch Minish Cap wieder ein lupenreiner Hit. Dabei ist das Grundgerüst zunächst wenig einfallsreich - natürlich ist schon wieder Prinzessin Zelda verschwunden (der böse Vaati hat sie mit einem Fluch belegt) und der tapfere Link darf wieder einspringen. Dazu werden zahlreiche Kämpfe geführt und in unzähligen Dungeons spannende und oft knifflige, nichtsdestotrotz aber immer sehr faire Kopfnüsse gelöst.
Eine Klasse für sich sind aber wieder die Extras, vor allem die namensgebende "Minish Cap"- eine sprechende Mütze, mit der Link auf Zwergengröße schrumpfen und so in allerlei verborgene Areale vorstoßen kann. An ziemlich vielen Stellen im Spiel kommt dieses Extra zum Einsatz, bringt aber gleichzeitig auch einige Gefahren mit sich - nicht immer ist es von Vorteil, winzig klein zu sein; einige Gegenstände und Gegner werden so erst zu wirklichen Gefahren. Auch die anderen Extras wie Bomben, Pegasus-Stiefel zur Beschleunigung oder eine Art Staubsauger zum Gegner ansaugen sorgen für viel Abwechslung und Spielspaß.
Die Comic-Grafik, die das Geschehen von oben zeigt, strotzt nur so vor farbigen und liebevollen Details, auch die Soundkulisse ist für GBA-Verhältnisse großartig. Zudem sorgt der Spielumfang für ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis - 20 Stunden ist man mit "Minish Cap" zweifellos beschäftigt. Rollenspiel-Freunde müssen zugreifen.