Rekord: 1 Terabit/s im 430-km-Glasfasernetz übertragen
Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, modernste Übertragungstechnologien mit ultrahoher Kanal-Bitrate (mindestens 170 GBit/s pro Kanal) zu erproben und eine Netzübertragungskapazität von 1 Terabit/s (1.000 Gigabit/s) über die installierte Glasfaserinfrastruktur nachzuweisen. Das Ergebnis des Tests war eine Punkt-zu-Punkt-DWDM-Übertragung (Dense Wavelength Division Multiplexing) von 1,28 Terabit pro Sekunde über eine 430 km lange, standardmäßige (ITU-T G.652) Einmoden-Glasfaserverbindung im Netz von France Telecom im Einzugsbereich von Marseille.
Die Testergebnisse wurden mit acht dicht gepackten, kompaktierten, optischen Übertragungskanälen erzielt, von denen jeder eine Rekord-Bitrate von 170 GBit/s übertrug (160 GBit/s plus Overhead für Fehlerkorrektur, damit Bitfehler erkannt und korrigiert werden können). Diese Kanalbitrate ist 16-mal höher als die 10-GBit/s-Kanalbitrate der heutigen standardmäßigen DWDM-Übertragungsprodukte. Beispiel: Jeder 160-GBit/s-Übertragungskanal transportierte den Inhalt von vier DVDs in weniger als einer Sekunde.
Bei dem TOPRATE-Feldversuch wurde nach Betreiberangaben nachgewiesen, dass die hohe Empfindlichkeit gegen Übertragungsstörungen bei ultrahohen Kanalbitraten über große Entfernungen beherrscht werden kann und dass die herkömmliche Einmoden-Glasfaser - das Standardübertragungsmedium in den Netzen von France Telecom und Deutscher Telekom - der künftige Beweis für eine weitere zusätzliche Erhöhung der Kanaldatenraten ist, die in den Metro/Core-Übertragungseinrichtungen der nächsten Generationen genutzt werden.
Dies ermögliche erstens kostengünstige Netzmodernisierungslösungen entsprechend dem steigenden Bandbreitenbedarf und zweitens die Sicherung der enormen Investitionen in die installierte Glasfaserbasis - die ursprünglich für viel geringere Kapazitäten ausgelegt wurde.
Das TOPRATE-Projekt läuft im Rahmen des europäischen IST-Forschungsprogramms (5. Rahmenprogramm). Zu dem TOPRATE-Konsortium gehören Alcatel-Forschungseinrichtungen in Deutschland als Projektkoordinator sowie Alcatel-Forschungseinrichtungen in Frankreich, France Telecom, Deutsche Telekom AG, das Heinrich-Hertz-Institut (Fraunhofer Gesellschaft, Deutschland), COM (Technische Universität, Dänemark), VPISystems (Deutschland) und Universidad Politecnica de Valencia (Spanien).



