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Snocap: Napster-Gründer will Tauschbörsen legalisieren

Dienst will unautorisierten Musiktausch verhindern. Mit Snocap startet Napster-Gründer Shawn Fenning einen neuen Anlauf in Sachen Peer-to-Peer, diesmal aber in Kooperation mit Unterstützung der Musikindustrie. Snocap soll einen legalen Download-Dienst mit der Tiefe von P2P-Tauschbörsen bieten. Als erstes Major-Label hat Marktführer Universal Music seine Unterstützung zugesagt.
/ Jens Ihlenfeld
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Snocap ist als End-to-End-Lösung für den Online-Musikvertrieb, einschließlich Lizenzierung und Rechtemanagement, konzipiert. Nutzer sollen neue Musik in einem schier unüberschaubaren Katalog entdecken, tauschen und kaufen. Neben Shawn Fanning (Chief Strategy Officer) sind Jordan Mendelson und Ron Conway an Snocap beteiligt.

Die aktuellen Online-Musikshops hätten nur ein sehr begrenztes Repertoire im Angebot und auch die Nutzerzahlen seien eher gering, so Fenning. Im Gegensatz dazu stehen unautorisierte Dienste mit großen Nutzerzahlen und reichhaltigen Inhalten, die aber den Rechteinhabern ein Dorn im Auge sind. Snocap soll nun eine Brücke zwischen diesen beiden Welten bauen.

Die Idee dabei ist recht einfach: Rechteinhaber können ihre Musikkataloge in Teilen oder ganz bei Snocap anmelden, diese sorgen in Kooperation mit P2P-Anbietern dann dafür, dass die entsprechenden Titel nicht mehr illegal getauscht werden.

P2P-Anbieter, die mit Snocap zusammenarbeiten, müssen dazu ihre Client-Software anpassen. Diese prüft, wann immer ein Nutzer einen Titel in der Tauschbörse findet, ob dieser bei Snocap registriert ist und erlaubt nur dann den Tausch gegen eine Gebühr. Ist der Titel nicht registriert, wird ein Herunterladen durch die Client-Software verhindert.

Preise und Regeln bezüglich des Musiktausches setzen die Unternehmen selbst, Snocap tritt nur als Clearing-Anbieter auf. Ob die Titel als per DRM gesichert sein müssen, entscheidet der Rechteinhaber. Snocap ist dabei auf die freiwillige Zusammenarbeit der P2P-Anbieter angewiesen, verspricht teilnehmenden Tauschbörsen aber, für eine höhere Qualität zu sorgen und schlechte Aufnahmen auszusortieren.

Finanziert wurde Snocap von den Risikokapitalgebern WaldenVC und Morgenthaler Ventures mit 10 Millionen US-Dollar.


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