Endlich Patch gegen IFRAME-Loch im Internet Explorer 6.0
Auf Grund des Sicherheitslochs im Internet Explorer 6.0 werden Attribute im IFRAME-HTML-Tag nicht korrekt verarbeitet, was einen Buffer Overflow verursacht. Darüber kann ein Angreifer schadhaften Programmcode ausführen und sich so eine weit reichende Kontrolle über fremde Systeme verschaffen. Opfer müssen nur dazu gebracht werden, eine entsprechend präparierte Webseite oder HTML-E-Mail zu öffnen.
Als das IFRAME-Sicherheitsloch bekannt wurde , existierte bereits ein Exploit für den Internet Explorer 6.0 und nicht mal eine Woche später tauchte der Bofra-Wurm auf, der zunächst als MyDoom-Variante identifiziert wurde und sich die Sicherheitslücke zunutze machte. Weniger als zwei Wochen später konnten Hacker den Wurm-Code in Ad-Server einschleusen, so dass einige seriöse Webseiten den Bofra-Wurm an Webseitenbesucher auslieferten und sich diese mit dem Schädling infizierten.
Überraschend hat Microsoft nun den Patch-Day für den Monat Dezember 2004 vorverlegt und einen Patch gegen das IFRAME-Sicherheitsloch veröffentlicht, das Redmond als kritisch einstuft. Damit hat Microsoft erstmals seit der neu verkündeten Sicherheitsstrategie einen Patch für ein gefährliches Sicherheitsloch außerhalb des normalen monatlichen Patch-Days veröffentlicht, obgleich zahlreiche frühere Patches von Microsoft selbst als bedrohlich eingestuft wurden. Eigentlich sollte der Patch-Day erst am 14. Dezember 2004 stattfinden.
Von dem Sicherheitsleck ist der Internet Explorer 6.0 betroffen, nicht aber frühere Versionen des Browsers. Nicht betroffen sind Systeme mit dem Service Pack 2 für Windows XP, Windows XP in der 64-Bit-Version sowie der Windows Server 2003 in der 32- und 64-Bit-Ausführung, weil das Sicherheitsloch in diesen Versionen des Internet Explorer bereits behoben wurden, ohne dass Microsoft das bisher kundgetan hatte.
Die Patches für den Internet Explorer 6.0 stehen ab sofort per Windows Update oder über das entsprechende Security Bulletin(öffnet im neuen Fenster) zum Download bereit. Microsoft bietet derzeit Patches für Windows NT 4.0, 2000 und XP an, während Patches für die ebenfalls betroffenen Fassungen von Windows 98, 98SE und Millennium erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden sollen. Da Microsoft das Sicherheitsleck als gefährlich einstuft, empfiehlt der Hersteller, den Sicherheits-Patch so schnell wie möglich zu installieren.