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Spieletest: GTR Racing - Realistische Spitzen-Rennsimulation

Simbin entwickelt Top-Rennspiel für PC. Bereits seit der diesjährigen E3 2004 gab es für zahlreiche Rennspielfans keinen Titel, der sehnsüchtiger erwartet wurde als GTR Racing vom Entwicklerteam Simbin. Mit Traumgrafik und einem bis dato ungekannten Realismusgrad wollte man PC-Besitzer überzeugen – und das seit kurzem im Handel erhältliche fertige Spiel demonstriert eindrucksvoll, dass Simbim Wort gehalten hat.
/ Thorsten Wiesner
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Das Spiel ist eine exakte Simulation der FIA-GT-Meisterschaft – und bildet damit eine Rennserie ab, die im Gegensatz zu Formel 1 oder den Rallye-Weltmeisterschaften bisher kaum von Spiele-Entwicklern beachtet wurde. Somit sind die Fahrzeuge auch alles andere als alltäglich – zahlreiche Sportwagen wie Ferrari 550 und 360, Lamborghini Diablo oder Chrysler Viper sorgen für erhöhten Adrenalin-Ausstoß unter Autofanatikern.

Zehn offiziell lizenzierte Strecken wie SPA oder Monza warten darauf, erobert zu werden. Wie schwierig das ist, entscheidet man gleich zu Beginn durch die Wahl eines Spielmodus: Während Einsteiger sich zunächst mit "Arcade" begnügen sollten, wählen Profis gleich "Semi-Pro" oder gar "Simulation" aus und versuchen sich an einer kompletten GT-Rennserie.

Dank der drei Modi ist die Zugänglichkeit für Anfänger und Profis gleichermaßen gegeben; im Arcade-Modus stehen etwa nochmals vier unterschiedliche Schwierigkeitsgrade zur Verfügung – wer will, schaltet so den Schaden aus, aktiviert Lenkhilfen und automatische Bremsverstärker und hat damit eigentlich kaum noch die Möglichkeit, ernsthaft von der Strecke abzukommen.

Auf den höheren Schwierigkeitsstufen geht es dafür umso gehöriger zur Sache – hier ist viel Training gefragt, bis Erfolge gefeiert werden können. Denn die Entwickler haben in Sachen Realismus wirklich Großes vollbracht: Nicht nur, dass sich jeder Wagen unterschiedlich fährt – ein BMW Z3 gibt sich auf der Strecke komplett anders als eine Viper. Auch das grundsätzliche Handling verlangt unglaublich viel Feingefühl, bis man herausgefunden hat, mit wie viel Gas denn wirklich in eine Kurve gegangen werden kann; bis dahin sind Dreher und Ausflüge ins Kiesbett an der Tagesordnung.

GTR Racing lässt sich bereits mit der Tastatur sehr genau und direkt steuern; wer über ein Pad oder – noch besser – ein Force-Feedback-Lenkrad verfügt, meint allerdings fast jede Unebenheit auf der Strecke und die unterschiedlichen Beläge wirklich spüren zu können. Dank eines dynamischen Wettermodells sind auch plötzliche Wolkenbrüche möglich; dann wird es noch herausfordernder, die Kurven gut zu nehmen und nicht durch einen Fahrfehler die eigene Position zu verspielen.

Die KI – oft die Achillesferse vieler ansonsten guter Rennspiele – überzeugt: Die Computergegner fahren nachvollziehbar, nutzen Fehler des Spielers eiskalt aus, sind aber selbst nicht perfekt und wirken stellenweise so recht "menschlich".

Eine Klasse für sich ist auch die Optionsvielfalt: Ob man ein komplettes Rennwochenende mit Warm-Up, Qualifikation und (unter Umständen) stundenlangem Rennen verbringt, ohne Druck testweise die Strecken abfährt oder einfach nur einen schnellen Wettkampf mit wahlweise zwischen drei oder über 50 Konkurrenten anwählt – praktisch alles ist möglich. Das gilt auch für die optimale Einstellung des Fahrzeugs auf die nächste Herausforderung – wer mag, darf sogar die Höhe der Sitze variieren.

Optisch wirkt GTR Racing auf den ersten Blick ein wenig nüchtern – einerseits auf Grund der sehr spartanischen Menüs, aber auch auf Grund der eher unauffälligen Streckengrafik. Je länger man fährt, desto mehr ist man allerdings auch hier vom immens hohen Realismusgrad beeindruckt: Bei den Strecken scheint jedes Detail den Original-Kursen nachempfunden zu sein, hinzu kommen wunderbar texturierte Fahrzeuge, die durch zahlreiche Effekte in der Sonne schimmern oder Schatten werfen. Ein umfangreiches Schadensmodell fügt den Rennwagen nach jeder noch so kleinen Kollision sichtbare Mängel hinzu; zudem verdrecken die Karossen auch im Verlaufe eines Rennens.

Auch an einen umfangreichen Multiplayer-Modus wurde gedacht: Wahlweise per LAN oder Internet kann gegen menschliche Konkurrenten angetreten werden.

GTR Racing ist exklusiv für PC im Handel erhältlich. Der Vertrieb erfolgt in Deutschland durch Electronic Arts.

Fazit:
GTR Racing setzt neue Maßstäbe in Sachen Realismus. Wenn die Entwickler behaupten, dass die Physikmodelle der Wagen auf originalen Fahrzeugtelemetriedaten beruhen und die Strecken anhand echter GPS- und CAD-Daten nachgebildet wurden, sind das keine leeren Versprechungen – diese Akribie kann beim Fahren förmlich gespürt werden. Auch sonst ist fast alles perfekt: Ansehnliche Präsentation, zahlreiche Modi, Herausforderungen für Einsteiger und Profis sowie unzählige Optionen – GTR Racing ist einfach ein hochklassiges Rennspiel, auf das PC-Spieler nicht verzichten sollten.


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