Neuer PC-Emulator für MacOS X - tatsächlich?
Die nur über die Webseite www.iemulator.com(öffnet im neuen Fenster) angebotene Software kann zum Preis von 23,95 US-Dollar bestellt werden. Eine Testversion steht nicht zum Download bereit, so dass interessierte Kunden sich im Vorfeld nicht über die Ablaufgeschwindigkeit oder Kompatibilität des Emulators informieren können.
Der nicht namentlich auf der Webseite genannte Hersteller verweist stattdessen auf Videoclips, die einen Eindruck über die Software vermitteln sollen. Außer einer rudimentären FAQ und einer Bestellmöglichkeit gibt die Produktseite nicht viel her. Fehlende Angaben zum Hersteller oder Anbieter sowie keine Kontaktmöglichkeiten vermitteln keinen seriösen Eindruck. Erst nach Klick auf den Bestellknopf taucht eine Kontakt-E-Mail-Adresse auf.
Auch in einer parallel erschienenen Pressemitteilung wird der Hersteller des Produkts mit keiner Silbe erwähnt, was nicht nur ungewöhnlich ist, sondern weitere Zweifel an der Seriosität schürt. Die Domain der Webseite ist auf eine in New York beheimatete Firma namens I2N Internet Services registriert. Ob dies auch der Hersteller des Produkts ist, steht damit allerdings nicht zweifelsfrei fest.
Nach Angaben der Webseite wird die Software iEmulator erstmals in der aktuellen Version 1.6.0 angeboten, während vorherige Versionen nie veröffentlicht wurden. Um die Software einzusetzen, wird MacOS X 10.3 oder höher sowie mindestens ein G3-System benötigt. Zum Lieferumfang von iEmulator gehört eine ebenfalls nicht genannte DOS-Version, während eine Windows-Lizenz separat erworben werden muss.
Zu den Leistungsfähigkeiten der Software gehören bis zu vier verschiedene PC-Emulationen sowie ein bequemer Datenaustausch zwischen MacOS X und dem Emulator. In einer Pressemitteilung wird betont, dass sich die Software leicht und zugleich umfangreich konfigurieren lässt. Auf iEmulator sollen sich Windows 98, 2000 und XP sowie verschiedene Linux-Derivate installieren lassen. Auf einem PowerBook mit 1,5-GHz-Prozessor soll Windows etwa so schnell laufen wie auf einem 200 bis 550 MHz getakteten Windows-Rechner.
Nachtrag vom 29. November 2004 um 13:00 Uhr:
Die auf den Seiten von iEmulator bereit gestellten Videos zeigen als Applikationsinfo den Namen qemu, einem Open-Source-Emulator, der sich noch in der Entwicklung befindet. Das legt den Verdacht nahe, dass es sich bei dem Produkt iEmulator eigentlich um den Emulator qemu handelt, der nur einen anderen Namen erhielt und der - im Unterschied zu dem Original - gegen Bezahlung abgegeben wird.