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Spieletest: Flatout - Rasen ohne Rücksicht auf Verluste

Rabiater und spaßiger Racing-Titel von Bugbear Entertainment. Rennspiel-Fans wurden in den letzten Wochen mit hochklassigen Neuerscheinungen geradezu überschüttet – Colin McRae 2005, Richard Burns Rally, GTR Racing und Need for Speed Underground 2 sind nur ein paar der zahlreichen hochklassigen Racing-Spiele, die derzeit um die Gunst des Käufers buhlen. Mit Flatout drängelt nun ein weiterer Titel in diese Spitzengruppe – und dank des abgefahrenen Gameplays hat er auch gute Chancen, trotz der Konkurrenz mit den großen Namen nicht unterzugehen.
/ Thorsten Wiesner
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Eine der Packungsaufschriften von Flatout lautet "Realismus und Action pur" – und zumindest die Hälfte dieses Satzes könnte kaum gelogener sein. Denn mit Realismus hat Flatout nicht viel am Hut: Anstelle von echten Fahrern sitzen hinter den Steuern der Flatout-Fahrzeuge so genannte Crash Test Dummys – also dem menschlichen Körper nachempfundene Puppen, die beispielsweise bei Unfalltests zum Einsatz kommen. Da auf Menschenleben somit keinerlei Rücksicht genommen werden muss, ist das Fahrverhalten auch alles andere als zimperlich – wer versucht, sich bei Flatout an die Straßenregeln zu halten, verliert definitiv.

Ziel ist es vielmehr, auf den insgesamt 36 Kursen die Gegner beständig anzurempeln, von der Piste zu drängen oder in eines der zahlreichen Hindernisse zu schieben. Auch man selbst sollte nicht sparsam beim Umfahren aller möglichen Gegenstände sein: Wer nämlich Tonnen, Straßenabsperrungen, Leitern, Kegel und alles mögliche andere einfach umfährt anstatt darum herumzufahren, bekommt dafür Boni gutgeschrieben und lädt zudem die eigene Boost-Anzeige auf.

Den so gewonnenen Nitro-Schub sollte man allerdings nur auf gerader Strecke zum Einsatz kommen lassen – wer kurz vor einer Kurve den Turbo zuschaltet, muss sich nicht wundern, wenn das eigene Wägelchen kurz darauf in hohem Bogen durch die Luft segelt. Allerdings verliert man bei derartigen Aktionen meist nur Zeit; im schlimmsten Fall fliegt halt mal der Crash Test Dummy durch die Frontscheibe und landet auf der Strecke.

Auch wenn die Crashs und Unfälle kaum spielerische Auswirkungen auf das Fahrverhalten der eigenen Karosse haben, sind die optischen Einflüsse schon beachtlich – das beginnt bei zerbeulten Stoßstangen und gebrochenem Scheibenglas und reicht bis zu wegfliegenden Motorhauben oder gar einem brennenden Motor. Die KI der Gegner kann im Großen und Ganzen überzeugen; allerdings fällt es stark negativ auf, dass das Konkurrenzfeld fast immer im Pulk fährt. Macht man also – an der Spitze liegend – einen Fahrfehler, findet man sich unter Umständen sofort auf dem letzten Platz der Wagenreihenfolge wieder.

Bei den einzelnen Wettbewerben – los geht es mit dem Bronze-Modus, es folgen dann Silber- und Gold-Rennen – kann einiges an Preisgeld eingestrichen werden, das sich dann zwischen den Rennen in der Werkstatt wieder investieren lässt, etwa für neue Motor- oder Getriebe-Bestandteile, die dann mehr Leistung bringen. Auch der Kauf neuer und besserer Fahrzeuge ist mit der Zeit möglich – zu Beginn erlaubt das mickrige Budget nur einen recht schwachen Wagen.

Abseits der Hauptstrecken sorgen so genannte Bonusrunden für Abwechslung. Dabei handelt es sich um recht spaßige, auf Dauer allerdings eher mäßig motivierende Mini-Spiele wie etwa Dummy-Kegeln oder Dummy-Hochsprung. Letztendlich hat der Spieler dabei nicht viel mehr zu tun als den Wagen maximal zu beschleunigen und durch rapides Abbremsen dann den Dummy möglichst gut durch die Frontscheibe fliegen zu lassen.

Neben den Einzelspieler-Wettbewerben darf sich auch im Multiplayer-Modus via Lan und Internet (PC) bzw. Split-Screen vergnügt werden. Wer hingegen nur wenig Zeit hat, wählt ein Quick Race oder ein Rennen gegen die Uhr.

Optisch ist Flatout durchaus beachtlich – Wagen und Strecken sehen vor allem am PC sehr detailliert aus, zudem erfreut die recht realistische Physik der zahlreichen umfahrbaren Gegenstände zusätzlich das Auge. Für den stimmungsvollen Soundtrack sorgen einige Rockbands wie etwa die Killer Barbies.

Flatout ist bereits im Handel erhältlich. Neben der PC-Version sind auch Umsetzungen für Xbox und PlayStation 2 zu haben.

Fazit:
Flatout hat ein kleines Motivationsproblem: Nach den ersten Spielstunden nutzt sich das extrem witzige und rabiate Gameplay ein wenig ab – vor allem, da die Kurse sich stark ähneln und man streckentechnisch bald alles gesehen hat. Bis dahin bietet das Spiel aber eine grandiose Abwechslung zum typischen Rennspiel-Einerlei – wer keinen Realismus braucht und gerne drängelt, wird begeistert sein.


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