Ist Mac-Emulator CherryOS nur Vaporware?
Noch Mitte Oktober 2004 wollten die Macher von CherryOS die Software spätestens Ende Oktober 2004 zum Kauf anbieten und dann auch eine Demoversion zum Testen bereitstellen. Erst jetzt, nachdem ein weiterer Monat verstrichen ist, gab das Unternehmen an, dass man die Software nun im ersten Quartal 2005 auf den Markt bringen werde. Der damalige Aufschub auf Ende Oktober 2004 wurde damit erklärt, dass Hacker die Server lahm gelegt hätten, obgleich bereits damals Zweifel an dieser Behauptung bestanden.
Denn die Macher von CherryOS sahen sich zu dem Zeitpunkt auch dem Vorwurf ausgesetzt , Programmcode aus der Open-Source-Software PearPC in CherryOS übernommen zu haben, was bis heute nicht aus dem Weg geräumt wurde. Mit dem Open-Source-Projekt PearPC wird eine PowerPC-Plattform emuliert, was den Einsatz von MacOS X auf einem Windows-Rechner ermöglicht. Die Software befindet sich derzeit noch im Entwicklungsstadium, an dem eine Reihe von Entwicklern arbeiten.
Die weitere Verzögerung in einer Reihe von Verspätungen lässt, gepaart mit den Plagiats-Vorwürfen, die Frage aufkommen, ob CherryOS als kommerzieller Mac-Emulator jemals erscheinen wird. Böse Zungen mögen behaupten, dass der Aufschub nun zur Beseitigung der Spuren des vorgeworfenen Code-Klaus genutzt wird. Nach einer vom renommierten US-Magazin Wired.com in Auftrag gegebenen Untersuchung hat die Universität von Wisconsin herausgefunden, dass CherryOS Programmteile von PearPC enthalte. Da derzeit kein CherryOS-Programm-Archiv frei zur Verfügung steht, sind weitergehende Überprüfungen nicht möglich, um die Plagiatsvorwürfe abschließend klären zu können.



