Spieletest: Call of Duty, Asphalt, Colin Mc Rae für N-Gage
Titel von Activision, Codemasters und Gameloft im Test. Nachdem es in den letzten Wochen mit Neuerscheinungen für Nokias Spiele-Handy recht mau aussah, setzt im anstehenden Weihnachtsgeschäft auch für das N-Gage zumindest eine kleine Release-Flut ein. Drei der interessanteren Titel haben wir uns genauer angesehen – neben den PC- und Konsolenumsetzungen Call of Duty und Colin Mc Rae Rally 2005 auch den mit viel Vorschusslorbeeren bedachten Rennspieltitel Asphalt Urban GT von Gameloft.
Colin McRae Rally gehört auf PC und Konsolen seit Jahren auf Grund herausragender Fahrphysik und toller Optik zu den angesehensten Rennspielreihen, und auch auf dem N-Gage haben die Entwickler nicht viel anbrennen lassen. Hinter dem Steuer von einem von insgesamt 16 originalen Fahrzeugen von VW, Audi, Toyota, Subaru und Co. brettert man über insgesamt 64 unterschiedliche Strecken und schaltet so mit der Zeit immer neue Abschnitte in den verschiedensten Ländern frei.
Die Steuerung ist dabei nahezu perfekt gelöst, zudem ist das Fahrgefühl erstklassig – Sand, Eis oder Beton fühlen sich sehr unterschiedlich an und sorgen für realistische Fahrmanöver. Die Soundkulisse ist dem Konsolenvorbild nachempfunden und größtenteils zufrieden stellend, zudem muss auch auf die Hinweise des Beifahrers nicht verzichtet werden.
Auch optisch ist Codemasters die Portierung aufs Handy rundum gelungen: Fahrzeuge und Strecken sehen klasse aus, realistische Effekte wie blendendes Sonnenlicht begeistern ebenso. Einzig die beständig im Bildhintergrund aufpoppenden Objekte trüben den Gesamteindruck ein bisschen. Da zusätzlich ein Multiplayer-Modus wahlweise via Bluetooth oder die N-Gage Arena eingebaut wurde, dürfen Rallye-Fans bedenkenlos zugreifen.
Ähnlich begeistern kann Asphalt Urban GT von Gameloft. Vor allem optisch gehört das Rennspiel zum Besten, was bisher auf dem N-Gage zu sehen war – die Grafik ist nicht nur schnell, sondern auch ungemein detailliert und stimmungsvoll. Thematisch erinnert das Ganze recht deutlich an Need for Speed Underground: Mit unterschiedlichen Sportwagen flitzt man nachts, aber auch tagsüber durch Stadtkurse in Städten wie New York, Paris oder Las Vegas, bekommt Punkte für Siege und anspruchsvolle Fahrmanöver und darf das eigene Fahrzeug beständig aufmotzen.
Für anhaltenden Spielspaß sorgen die unterschiedlichen Spielmodi – neben den Arcade-Rennen gibt es unter anderem einen Hauptmodus, in dem 35 unterschiedliche Aufgaben gelöst werden müssen; so gilt es etwa, innerhalb einer vorgegebenen Zeit eine bestimmte Anzahl von Konkurrenten einzuholen.
Das Fahrgefühl ist ausgezeichnet, auch hier sorgen zudem Multiplayer-Gefechte für bis zu vier Spieler via Bluetooth für Begeisterung. Einen Punktsieger zwischen Colin McRae und Asphalt kann man übrigens nicht ausmachen – während Ersteres vor allem Spieler anspricht, die einen gewissen Realismus-Anspruch hegen und gerne gefordert werden, ist Asphalt der ideale Arcade-Racer, der auch für ein paar Minuten zwischendurch immer wieder für immens viel Spaß sorgt.
Wer kein N-Gage besitzt, kann Asphalt übrigens trotzdem spielen: Gameloft hat auch eine Java-Version für die meisten gängigen Handy-Modelle veröffentlicht, die optisch und spielerisch aber natürlich nicht mit dem N-Gage-Pendant mithalten kann.
Während Colin McRae und Asphalt somit unbedingte Kaufempfehlungen fürs N-Gage sind, kann von Call of Duty nur abgeraten werden – dieser Titel ist ein Paradebeispiel dafür, wie eine PC-Umsetzung keinesfalls aussehen sollte. Dabei klingen die Fakten zunächst recht interessant: Elf abwechslungsreiche Missionen, bei denen im Vergleich zum PC-Vorbild durchaus auch mal Stealth-Angriffe im Vordergrund stehen, zahlreiche Waffen und Power-Ups sowie Multiplayer via Bluetooth – so weit, so schön.
Praktisch werden allerdings nur die wenigsten Spieler die Motivation aufbringen, mehr als eine Mission zu spielen – denn technisch ist Call of Duty auf dem N-Gage gelinde gesagt eine Katastrophe. Konnte man bei Ashen von Nokia noch eindrucksvoll sehen, zu was eine 3D-Engine auf dem Handy in der Lage ist, stellt dieses Spiel hier das abschreckende Gegenbeispiel dar: Die Grafiken sind verwaschen und undetailliert. Viel schlimmer ist allerdings, dass die Weitsicht gerade mal ein paar Meter beträgt – die meisten Gegner sieht man erst, wenn man direkt vor ihnen steht. Die Kontrahenten ihrerseits scheinen allerdings über Nebelsicht-Geräte zu verfügen und schießen gezielt, bevor der Spieler selbst sie entdeckt hat. Äußerst ärgerlich, da so ein schneller Tod auf den nächsten folgt.
Über die lahme Steuerung könnte man ebenfalls viele negative Worte verlieren, einfacher ist es allerdings, dieses Spiel schlicht und ergreifend links liegen zu lassen – mit den beiden Rennspieltiteln sind N-Gage-Besitzer jedenfalls deutlich besser bedient.