IGDA: Spielebranche behandelt Spieleentwickler schlecht

Geringe Lebensqualität behindert Spieleindustrie

In einem offenen Brief hat die internationale Spieleentwickler-Vereinigung IGDA die Spielebranche gemahnt, mehr auf die Lebensqualität ihrer Angestellten zu achten, ausgelöst durch die jüngsten Horrorgeschichten über Arbeitsbedingungen bei Electronic Arts. Trotz großer wirtschaftlicher Erfolge würde die aktuelle Geschäfts- und Produktionspraxis die Spieleindustrie lähmen.

Artikel veröffentlicht am ,

"Als der professionelle Interessenverband, der die Spieleentwicklergemeinschaft eint und als seine Stimme fungiert, ist die International Game Developers Association zutiefst beunruhigt über diesen bösartigen Ablauf und arbeitet daran, die Situation zu verbessern", heißt es in dem offenen Brief. Die IGDA will sich nun bemühen, die Lebensqualität der Entwickler zu verbessern, weist allerdings darauf hin, dass man keine Gewerkschaft sei und dies auf Grund ihrer internationalen Aufstellung auch nicht werden könne.

Stellenmarkt
  1. E-Learning Manager (m/w/d)
    ALLPLAN GmbH, München
  2. SAP BW/BI Berater (m/w/x)
    über duerenhoff GmbH, Essen
Detailsuche

Laut IGDA sei es erst einmal nötig, dass schlechte Lebensbedingungen symptomatisch für fundamentalere Herausforderungen der Industrie seien - darunter Konsolidierung, sich ständig weiterentwickelnde Technik, einseitig exklusive Verträge, mangelnde Projekt-Management-Erfahrung und fehlende Ausbildungs-/Job-Standards. Diese Probleme müssten alle gelöst werden, um wirklich die Arbeits-/Freizeit-Balance der Spieleentwickler zu verbessern.

Darüber hinaus sollten sich Spieleentwickler nicht einbilden, sich durch Selbstaufopferung würdig für die Spieleindustrie zeigen zu müssen, da sie so mitverantwortlich für schlechte Arbeitsbedingungen würden. "Unsere eigene Einstellung zur Arbeits-/Freizeit-Balance und der Produktionspraxis müsse sich ebenso ändern wie die Einstellung der Schlipsträger", so die IGDA.

Es sei unglücklich, dass die Spieleindustrie nun an einem Punkt angelangt sei, in der Sammelklagen nötig seien, womit die IGDA auf die Streitigkeiten zwischen EA und mehreren Entwicklern anspielt. Die IGDA sieht in der gütlichen Einigung die bessere Alternative, zumal einige Spieleunternehmen gezeigt hätten, dass eine Fokussierung auf Lebensqualität großartige Spiele und gleichzeitig geschäftliche Erfolge hervorbringen kann.

Dazu zählen laut IGDA etwa BioWare, Firaxis, Team17, Blue Fang, Cyberlore und Ensemble, die sich sehr darum bemühen würden, dass ihre Angestellten gesund und glücklich bleiben. Das Ergebnis seien produktivere und kreative Arbeiter, die bessere Spiele produzieren würden - und der Spielebranche treu blieben, anstatt aus ihr zu flüchten. Die Industrie müsste lernen, dass es sich nicht lohne, Leute zu verheizen.

Neben einem veröffentlichten White Paper über erprobte Methoden zur Verbesserung der Lebensqualität soll in Zukunft noch eine IGDA-Initiative mit dem Titel "best companies to work for" starten, in deren Rahmen auf ihre Angestellten Rücksicht nehmende Unternehmen ihre Weisheiten an andere weitergeben sollen. Die IGDA will darüber hinaus auf Untersuchungen und Wissen hinweisen, das von außerhalb der Spieleindustrie stammt. Auf der nächsten Games Developers Conference im März 2004 in den USA soll eine eintägige Lebensqualität-Ideenschmiede veranstaltet werden. Weiterhin sollen die mehr als 80 über die Welt verteilten IGDA-Ortsverbände angeregt werden, das Thema in Treffen und Diskussionsrunden zur Sprache zu bringen.

"Das ist nur der Anfang und wir entwickeln noch Pläne. Wir regen jeden an, sich einzumischen", so die IGDA in ihrem offenen Brief. Man habe keine Zweifel daran, dass man gemeinsam die Industrie und Kunstform retten könne, der man so leidenschaftlich verschrieben sei. Eine Liste laufender Verfahren, Erfolgsgeschichten, Ideen und sonstige relevante Informationen will die IGDA online veröffentlichen und bittet Mitglieder der Spieleindustrie um aktive Unterstützung und Hinweise, die per E-Mail an qol@igda.org gesendet werden können.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Valentinus 18. Nov 2004

(..) Da hast Du gut getan dran. Für mich ist Spiele-Programmierung inzwischen nur noch...

Snake 17. Nov 2004

Ich glaube du solltest dir ein neues Forum suchen oder mal im Lexikon unter Ironie...

trident 17. Nov 2004

Sind diese Termine jemals von einem Entwickler bestätigt worden oder hat nur wiedermal...

th 17. Nov 2004

wenn man keine Ahnung hat...

th 17. Nov 2004

gut dann nimm du das in die Hand und zeig den Entwicklern, wie es langgeht.



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Von Cubesats zu Disksats
Satelliten als fliegende Scheiben

Leichte und billige Satelliten, die auch zu Mond und Mars fliegen können: Aerospace Corp hat den neuen Standardformfaktor Disksats entwickelt.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

Von Cubesats zu Disksats: Satelliten als fliegende Scheiben
Artikel
  1. Umweltfreundlicher Sattelschlepper: Iveco und Nikola starten E-Lastwagen-Produktion in Ulm
    Umweltfreundlicher Sattelschlepper
    Iveco und Nikola starten E-Lastwagen-Produktion in Ulm

    Die Nikola-Zugmaschine Tre mit Elektroantrieb soll zunächst für den US-Markt gefertigt werden, später auch für Europa.

  2. Code-Hoster: Gitlab will offiziell an die Börse
    Code-Hoster
    Gitlab will offiziell an die Börse

    Der Betreiber und Ersteller der Code-Hosting-Plattform Gitlab zeigt in seinem Börsenprospekt ein massives Wachstum.

  3. Full Self Driving: Tesla-Fahrer dürfen Beta nur bei Wohlverhalten nutzen
    Full Self Driving
    Tesla-Fahrer dürfen Beta nur bei Wohlverhalten nutzen

    Die Testversion des Full-Self-Driving-Pakets sollen nur Tesla-Fahrer nutzen dürfen, deren Fahrverhalten einwandfrei ist.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Corsair Vengeance LPX DDR4-3200 16 GB 63,74€ und 32 GB 108,79€ • Alternate (u. a. Creative SB Z SE 71,98€, Kingston KC2500 2 TB 181,89€ und Recaro Exo Platinum 855,99€) • Breaking Deals mit Club-Rabatten • ASUS ROG Crosshair VIII Hero WiFi 269,99€ • iPhone 13 vorbestellbar [Werbung]
    •  /