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Spieletest: Halo 2 - Traumhafter Action-Shooter

Fortsetzung des Xbox-Highlights. Nahezu jeder Xbox-Besitzer dürfte sich den 11. November 2004 rot im Kalender markiert haben – denn seit diesem Tag ist mit Halo 2 die Fortsetzung zu einem der besten und meistverkauften Konsolenspiele aller Zeiten erhältlich. Und die Vorfreude war nicht umsonst: All das, was den Vorgänger auszeichnete, hat Halo 2 auch zu bieten – und dazu noch so einiges mehr.
/ Thorsten Wiesner
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Inhaltlich knüpft Halo 2 ziemlich direkt an das Ende des ersten Teils an: Die Ringwelt Halo ist zerstört, die Menschheit feiert ihren Sieg, und dem Master Chief – dessen Steuerung der Spieler natürlich auch in Teil 2 wieder übernimmt – wird auf einer Raumstation ein frenetischer Empfang bereitet. Die Freude währt allerdings nur kurz – denn urplötzlich tauchen die bekannten feindlichen Raumgleiter der Allianz auf und der altbekannte Konflikt bricht von neuem los.

Zunächst gilt es, die Raumstation zu verteidigen und eine riesige Bombe, die die Allianz dort installiert hat, unschädlich zu machen. Kurze Zeit später geht der Konflikt allerdings auf der Erde weiter und man findet sich überraschenderweise in einem an Counterstrike erinnernden Stadt-Szenario wieder – nur, dass man hier nicht gegen Terroristen, sondern unterschiedliche außerirdische Lebensformen kämpft.

Bereits die erste Spielstunde hält mehr Abwechslung und Überraschungen bereit, als viele Spiele insgesamt zu bieten haben – so gibt es etwa Passagen außerhalb der Raumstation, in der man auf Grund der nicht vorhandenen Schwerkraft riesige Höhen überspringen kann und ein gedämpfter Sound für unheimliche Atmosphäre sorgt. Auf der Erde hingegen warten kurz darauf längere Fahrpassagen mit einem Warthog-Jeep und einem Panzer auf den Spieler, bevor es eine (von mehreren) große Überraschung gibt – und die soll hier natürlich nicht verraten werden.

Wer Teil 1 gespielt hat, wird sich in Halo 2 schnell zurechtfinden – die gelungene Steuerung etwa wurde beibehalten, auch überzeugte PC-Spieler werden eingestehen müssen, dass die Entwickler von Bungie es vortrefflich bewiesen haben, dass sich ein Ego-Shooter auch per Pad steuern lässt.

Die ersten Änderungen, die einem auffallen, sind eher kosmetischer Natur: So wurden die Anzeigen für die Bewaffnung und den Schutzschild im HUD neu angeordnet, zudem wurde dem Master Chief ein neuer Raumanzug spendiert, der allerdings etwas empfindlicher ist als der alte. Ist der Schutzschild von feindlichen Schüssen durchbrochen, sollte man schleunigst Deckung suchen, da sonst schon die nächsten Treffer den Tod bedeuten können.

Deckung ist ohnehin ein gutes Stichwort: Kam man beim ersten Halo oftmals problemlos mit der Devise "Feuer frei und los" durch, wird diesmal zumindest ein wenig taktisches Feingefühl verlangt – bedachtes und vorsichtiges Vortasten führt da deutlich schneller zum Erfolg. Umso erfreulicher, dass die eigenen Kameraden, die einem oft zur Seite stehen, deutlich intelligenter sind als im Vorgänger – sie übernehmen stellenweise auch mal einen Teil der "Drecksarbeit", formieren sich sinnvoll und sind gerade in größeren Feuergefechten eine echte Hilfe. Allerdings sollte nicht unerwähnt bleiben, dass auch die Allianz dazugelernt hat und es immer wieder versteht, den Spieler gekonnt in eine Falle zu locken.

Die Waffen von Halo 2 sind größtenteils aus dem Vorgänger bekannt, ein paar neue wurden dem Master Chief allerdings auch spendiert – unter anderem stehen Maschinen- und Scharfschützengewehre, aber auch Plasma-Pistole und -Gewehr, Nadelwerfer, Flak-Geschütz und Partikelschwert zur Auswahl. Diesmal darf übrigens mit beiden Händen geballert werden: Manche Waffen können als Dualwaffe ergriffen werden, so dass gleichzeitig mit der rechten UND der linken Trigger-Taste geballert wird. Allerdings ist es logischerweise dann nicht mehr möglich, mit der linken Hand Granaten zu schmeißen. Nachladen dauert zum Teil nun etwas länger, zudem verziehen die Waffen auch häufiger mal, was den Schwierigkeitsgrad leicht anhebt.

Da die Munition schnell ausgeht und nicht immer neue in der Nähe ist, empfiehlt sich übrigens ein häufiger Waffenwechsel, der allerdings kein Problem darstellt – erledigten Gegnern können die Schießprügel einfach per Knopfdruck abgenommen werden.

Eine besondere Rolle kommt erneut den Fahrzeugen zu, die diesmal sogar häufiger im Einsatz sind als im Vorgänger. Neben den bereits erwähnten Jeeps und den Panzern gibt es natürlich auch wieder die Fluggleiter Ghost und Banshee, die den Feinden praktisch "Unterm Hintern" weggeschossen werden und dann übernommen werden können. Die Steuerung aller Vehikel ist zwar gewöhnungsbedürftig, nach kurzer Zeit machen diese Passagen aber immens viel Spaß, zumal natürlich alle fahrbaren Untersätze auch über Feuerkraft verfügen.

Wirkte die Rahmenhandlung in Halo noch relativ wirr, so dass es manchmal etwas schwierig war, der Story zu folgen, werden diesmal deutlich mehr Informationen während der hervorragenden Cutscenes gegeben, so dass ein noch tieferes Eintauchen in die grandiose Story möglich ist. Einziger Schwachpunkt ist hier die deutsche Sprachausgabe – einigen Charakteren hätte eine etwas euphorische Stimme durchaus gut getan.

Grafisch halten sich ansonsten die Änderungen zum Vorgänger in Grenzen, die Verbesserungen sind recht marginal, was angesichts der hohen Qualität der Optik aber zu verschmerzen ist. Allerdings ist es erneut so, dass manche Passagen deutlich schwächer wirken als andere – die Innenlevel etwa warten stellenweise erneut mit kaum detaillierten und auf Dauer eintönigen Texturen auf.

Auch für Multiplayer-Spaß wird wieder gesorgt: Neben der Integration eines sehr guten Coop-Modus, der es ermöglicht, dass zwei Spieler gemeinsam die Kampagne erleben, stehen via Xbox Live zahlreiche Mehrspieler-Modi wie Deathmatch, aber auch viele Team-Optionen zur Verfügung.

Halo 2 ist exklusiv für die Xbox erhältlich. Umsetzungen für andere Systeme wird es nicht geben.

Fazit:
Sicherlich, prinzipiell ist Halo 2 "nur" ein Shooter – aber was für einer! Um alle Vorzüge dieses Titels aufzuzählen, bräuchte man viel Zeit; angefangen bei der spannenden und immer wieder überraschenden Story über die zahlreichen unterschiedlichen Szenarien, die intelligenten Kameraden und Gegner und die tollen Fahrzeuge bis hin zum Coop-Modus und den Multiplayer-Optionen stimmt hier fast alles. Kurzum: Wer eine Xbox besitzt, braucht dieses Spiel – die großen Worte im Vorfeld seitens Microsoft und Bungie waren keinesfalls übertrieben.


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