Breitband-Markt in Deutschland vor massivem Wachstum?
Die Zahl der Breitband-Anschlüsse in Deutschland wird die Zahl der herkömmlichen Internetzugänge zwischen 2007 und 2010 übertreffen, so die Prognose. Breitband wird damit sehr schnell zur dominierenden Internet-Zugangstechnologie – für das Jahr 2010 erwarten die Experten in Deutschland 17 Millionen Breitband-Anschlüsse. Dabei verfünffacht sich das Marktvolumen annähernd in den kommenden sechs Jahren von derzeit 2,04 Milliarden Euro auf dann 9,89 Milliarden Euro.
Gleichzeitig verbringen Breitband-Nutzer immer mehr Zeit im Netz. Die befragten Experten erwarten für das Jahr 2010 eine durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer von knapp zwei Stunden. Zugleich werden die User zunehmend unterhaltende Angebote nutzen, während die Nachfrage nach Informationsangeboten prozentual zurückgehen wird – das Breitband-Internet wandelt sich zunehmend zu einem Unterhaltungsmedium. Und: Die Bereitschaft der Nutzer, für Inhalte zu bezahlen, wird weiter zunehmen: Im Jahr 2010 erwarten die Experten, dass rund 38 Prozent aller genutzten Inhalte kostenpflichtig sind.
Die Musikbranche ist die erste klassische Medienbranche, die sich bereits durch die Möglichkeiten des Breitband-Internets weitreichend verändert hat. Mehr als die Hälfte der für "Deutschland Online 2" befragten Experten erwartet, dass der traditionelle Musik-Groß- und Einzelhandel durch den Vertrieb von Musik über breitbandiges Internet weiter an Bedeutung verlieren wird. Die derzeit wichtigste Zielgruppe für Online-Musik sind die 14-29-Jährigen.
Die befragten Konsumenten haben eindeutige Erwartungen an Internet-Musikplattformen: Sie erwarten einen schnellen Download (87 Prozent), eine große Auswahl (82 Prozent) und niedrige Preise (80 Prozent). Im Wettbewerb der Anbieter wird dabei – wie generell im Internethandel – das Vertrauen zum höchsten Gut der Anbieter: Kunden orientieren sich vor allem am Image der Anbieter. Eine der größten Herausforderungen wird es für die Unternehmen sein, ihre Internetauftritte dahingehend zu optimieren – insbesondere durch verbesserte Zuverlässigkeit und Stabilität der Angebote.
Im internationalen Wettbewerb holt Deutschland mit Hilfe der Breitband-Technologie der Studie nach auf: Die befragten Experten erwarten, dass die Arbeitsproduktivität in deutschen Unternehmen allein durch den konsequenten Einsatz des breitbandigen Internets bis zum Jahr 2007 um 7,6 Prozent gesteigert werden kann. Bis zum Jahr 2010 wird eine Produktivitätssteigerung von 13,5 Prozent prognostiziert.
Von besonderer Bedeutung für den Standort Deutschland sind dabei auch die Bildungseinrichtungen. Hier fordern die Befragten, dass die deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen die Potenziale des Breitband-Internet nutzen, um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. E-Learning-Anwendungen ermöglichen es hier, aktuellere Lerninhalte zu vermitteln und damit sowohl die Motivation der Lernenden als auch die Lernerfolge deutlich zu verbessern.
Konzipiert wurde "Deutschland Online 2" von Prof. Dr. Bernd W. Wirtz, Rolf Schmidt-Holtz und Rainer Beaujean; die Durchführung übernahm Prof. Dr. Bernd W. Wirtz. Im Rahmen der Studie sind 134 Experten aus der deutschen Wirtschaft und öffentlichen Institutionen befragt worden. An der Konsumentenbefragung nahmen 3.036 Personen teil.
Die ausführlichen Studienergebnisse sind im Bericht "Deutschland Online 2- Die Zukunft des Breitband-Internet" zusammengefasst. Der Bericht kann über die Internetseite www.studie-deutschland-online.de(öffnet im neuen Fenster) abgerufen werden.