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Spieletest: Pacific Fighters - Jagdflieger über dem Meer

Flugzeugkonfigurationen en détail einstellbar. Mit der historischen Kampfflieger-Simulation Pacific Fighters liefert 1C:Maddox Games einen Nachfolger für IL2 Sturmovik und Forgotten Battles. Anders als die ebenfalls im zweiten Weltkrieg angesiedelten Vorgänger spielt Pacific Fighters allerdings nicht auf dem europäischen Kriegsschauplatz, sondern im Pazifik, wo sich Briten, Amerikaner und Australier den Japanern entgegenstellten.
/ Andreas Donath
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Dem Szenario entsprechend ist im Gegensatz zu IL2 Sturmovik hauptsächlich Wasser unter den Flügeln, so dass man nicht nur auf winzigen Inseln mit noch kleineren Flugfeldern landen, sondern auch die äußerst komplizierte Landung auf Flugzeugträgern erlernen muss, ohne eine Bruchlandung hinzulegen. Das Spiel enthält über 40 spielbare Flugzeuge und noch einige vom Computer gesteuerte Maschinen. Dazu kommen noch unzählige Tarnanstriche und Lackierungen sowie Staffelabzeichen, Rumpfbilder und diverse Uniformen, die man den Piloten überziehen kann.

Unter anderem kann man das Steuer der F6F Hellcat, der Zero, die Corsair oder der britischen Supermarine Seafire übernehmen. Bei den Bombern stehen unter anderem die Aichi D3A1 Val, G4M2 Betty, SBD Dauntless und die A-20 Havoc sowie die B-25 zur Verfügung.

Im Spiel enthalten ist neben einigen Einzelspielermissionen auch ein Kampagnenmodus enthalten. Eine statisch verzweigte Variante und eine dynamische Kampagnenversion erlauben entweder fest programmierte Abläufe, was die Ziele und Missionen angeht, oder die von den eigenen Ergebnissen abhängige Erzeugung nachfolgender Einsätze. Es lassen sich dabei verschiedene Zeiträume zwischen 1941 und 1945 wählen.

Man hat sowohl die Wahl zwischen land- und trägergestützten Staffeln von beiden Seiten. Die dynamischen Kampagnen bieten eine Geschwaderverwaltung, bei denen die Fähigkeiten der Piloten ausgebildet und übernommen werden können. Wenn Piloten abgeschossen werden, stehen sie danach nicht mehr zur Verfügung. Die Karrieren bestehen aus Kampagnen an den wichtigsten Kriegsschauplätzen (Midway, Palau, Okinawa usw.). Dabei ist eine Kampagne normalerweise rund 30 Missionen lang.

Die dynamischen Kampagnen werden automatisch generiert und der Spieler kann seine Nationalität, Einheit und sein Flugzeug auswählen. Der Spieler kann ebenfalls entscheiden, mit welchen Waffen er die Flugzeuge ausrüsten will. Nachdem die Mission abgeschlossen ist, werden die Ergebnisse angezeigt und eine neue Mission erzeugt – abhängig von den Ergebnissen der vorausgegangenen Mission. Mit dem Geschwadermanagement können jedem Piloten Namen, Fotos und ein Dienstgrad zugewiesen werden. Zudem werden Auszeichnungen und Abschüsse vermerkt: Je mehr Kämpfe ein mitfliegender KI-Pilot erfolgreich besteht, desto besser wird er.

Im Gegensatz zu IL2 liegt bei Pacific Fighters der Schwerpunkt auf Bomberangriffen auf Schiffe und beim Geleitschutz der Bomber. Die Detaillierung der Schiffe ist deutlich besser geworden und erstmals bekommen diese auch Schlagseite, wenn sie entsprechend schwer getroffen wurden. Besonders schwer wird dann die Landung auf den Flugzeugträgern, die sowieso eine Wissenschaft für sich ist und einen deutlichen Frustfaktor beinhaltet. Das Spiel bietet zum Glück verschiedene Einstellungen für die Schwierigkeitsstufen.

Die künstliche Intelligenz in den vom Computer gesteuerten Maschinen wurde gegenüber den Vorgängern hinsichtlich des Taktikverhaltens eigentlich nicht merklich verbessert und befindet sich auf einem recht hohen Niveau. Unfreiwillige Crashes bei erzwungen niedriger Flughöhe der schweren und mittleren Bomber kommen allerdings deutlich seltener vor als früher. Zur besseren Übersicht kann man nun bei einigen Maschinen die Cockpithaube nach hinten schieben.

Neben ein- und zweisitzigen Jagdflugzeugen und leichten Bombern sind auch einige mehrmotorige Bomber im Spiel vorhanden, die außer mit zahlreichen Bordschützen auch über einen Navigator bzw. Bombenschützen verfügen, der die Abwurfeinrichtungen bzw. die Zielgeräte bedienen kann. Zur korrekten Verwendung sind unbedingt ein Handbuchstudium und sehr viel Übung erforderlich, wenn man nicht nur Bombenkrater im Sand hinterlassen will. Zum Glück hilft hier nicht nur das schön gestaltete Handbuch weiter, sondern auch die große Online-Community, die sich bereits um das Spiel gebildet hat.

Im Multiplayer-Modus können bis zu 32 Spieler im Luftkampf und 16 Spieler in den kooperativen Einsätzen teilnehmen. Bald soll noch ein Server hinzukommen, mit dem 128 Spieler gleichzeitig in der Luft gehalten werden können.

Ein noch nicht erschienenes, kostenloses Add-On soll neben einigen Fixes auch einen neuen DGen (Dynamic Campaign Generator) mit neuen Kampagnen und Inhalten beinhalten und Features mit sich bringen, um die Feuerkraft der Schiffe zu kontrollieren. Dazu kommen noch die steuerbaren Flugzeuge F2A-2, Ki-100-I Ko und G4M Betty. Die vom Computer kontrollierbaren Maschinen G4M und MXY7 sind ebenfalls angekündigt worden. Eine neue Karte rund um die Marianen-Inseln soll dem Add-On auch noch beiliegen. Die Singapur-Karte befindet sich nach Angaben der Entwickler noch in der Entwicklung.

Die Spielegrafik ist bei Verwendung schneller Rechner, jenseits von zwei GHz und einer Grafikkarte ab GeForce4 oder vergleichbarer Leistung, immer noch sehr gut, allerdings hat sich gegenüber IL2 Sturmovik – Forgotten Battles grafisch auch nicht viel getan. Die Umgebungseffekte und die Landschaftsdetails wie glitzernde Wasserflächen, Dunst und Wolken überzeugen dennoch wie eh und je und auch die Explosionen und die Flugzeugbeschädigungen wirken recht realistisch. Beim Sound hat sich – außer, dass nun japanische Pilotenstimmen hinzugekommen sind – nichts getan. Er ist immer noch recht dröge und sorgt nicht gerade für Stimmung.

Das Spiel ist mit einer USK-Einstufung von zwölf Jahren versehen und kostet im Einzel- und Versandhandel zwischen 40,- Euro und 50,- Euro.

Fazit:
Pacific Fighters bringt eine gelungene Abwechslung in das sonst deutlich vom europäischen Kriegsschauplatz dominierte Flugsimulationsgenre. Die hinzugekommenen Flugzeugträgerlandungen sorgen für neue Herausforderungen und die vielen interessanten Flugzeugmodelle für anhaltende Langzeitmotivation. Diese wird nach dem Erscheinen des 128-Spieler-Servers sicherlich noch gesteigert.


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