Spieletest: Tony Hawks Underground 2 - Zerstörerische Action
Sechster Teil des Skateboard-Dauerbrenners. Activision versteht es wirklich, die eigenen Top-Seller bestmöglich über Jahre hinweg zu vermarkten: Nachdem der Tony-Hawk-Reihe nach dem vierten Teil ein wenig die Luft auszugehen schien, dachte man sich einfach einen neuen Namen aus, fügte ein paar Lauf- und Fahrpassagen sowie einen ausführlichen Karriere-Modus hinzu – und fertig war Tony Hawks Underground. Das verkaufte sich dann wiederum immens gut – und bekommt jetzt natürlich folgerichtig mit Tony Hawk's Underground 2 eine Fortsetzung.
Tony Hawk's Underground 2 sind prinzipiell zwei Spiele in einem: Neben dem eigentlichen Kern des Spiels – dem Story-Modus – wurde nämlich auch ein "Classic Mode" integriert, der alle die freuen dürfte, die mit dem zusätzlichen Schnickschnack der letzten Teile wenig anfangen konnten. Hier geht es wirklich ganz puristisch nur darum, durch so viele Tricks wie möglich neue Highscores aufzustellen, die Buchstaben S-K-A-T-E einzusammeln und mit langen Grind- und Sprung-Combos zu beeindrucken; spielerische Neuerungen sucht man hier komplett vergeblich.
Die gibt es dafür im Story-Modus, in dem man entweder mit dem Team Hawk oder aber mit dem Team Bam in die Schlacht zieht – neben dem namensgebenden Tony Hawk wurde mit Bam Margera somit eine zweite Skateboard-Legende ins Spiel integriert. "Team" heißt das Ganze deshalb, weil nun zwischen verschiedenen Charakteren gewechselt wird – neben dem selbst erstellten Skater ist man auch mit vorgegebenen Brettprofis unterwegs, unter die sich stellenweise recht krude Fantasiegesellen mischen.
Ziel ist es, an verschiedenen Orten soviel Zerstörung wie möglich zu hinterlassen – diesmal wird auch auf Friedhöfen gegrindet oder über Kanonen gesprungen, und wer dabei für mehr Chaos sorgt, bringt das eigene Team in Führung. Eifrige MTV-Zuschauer werden sich nicht grundlos an Jackass erinnert fühlen – ähnlich wie bei der TV-Show stehen jetzt halsbrecherische Stunts und andere für den Körper alles andere als ungefährliche Aktionen im Vordergrund.
Wie schon im ersten Underground-Spiel wird auch hier öfter mal das Brett verlassen, stattdessen kann an Leitern auf Häuserdächer geklettert oder in diversen abgefahrenen Fahrzeugen Platz genommen werden – unter anderem zum Beispiel in einem Rollstuhl. Allerdings vermiest einem die hakelige Steuerung hier ziemlich die Stimmung, wenn die Bedienung auch im Gegensatz zum letzten Teil zumindest stellenweise verbessert wurde.
Optisch hat sich wieder einmal nicht viel getan – Tony Hawk sieht weiter gut, aber nicht überragend aus. Dafür wartet der Soundtrack wie gewohnt mit neuen großartigen Punk- und Rocksounds auf.
Fazit: Nein, wirklich etwas auszusetzen gibt es an Tony Hawk's Underground 2 nicht – technisch ist das Spiel erstklassig, die Skate Action bleibt spielerisch unerreicht. Allerdings ist es recht offensichtlich, dass den Entwicklern nicht wirklich viel Neues eingefallen ist – die Team-Zerstörung ist zwar witzig, aber ändert das eigentliche Gameplay nur minimal. Besitzer des Vorgängers müssen diesen Titel also nicht um jeden Preis besitzen; Neueinsteiger hingegen können bedenkenlos zugreifen.