Interview: Wettbewerb der Softwareparadigmen
Golem.de: Lawrence Rosen hat kürzlich in einem Artikel auf Newsforge gewarnt, die Gefahren für freie Software, die von Softwarepatenten ausgehen, nicht zu überschätzen. Welche positiven Effekte könnte eine Vereinheitlichung des Patentsystem in Europa für freie Software bringen, die aktuelle Diskussion um die geplante Richtlinie zur Einführung von Softwarepatenten einmal außen vor gelassen?
Greve: Es gibt keine Effekte von Softwarepatenten, die spezifisch für freie Software wären - Aussagen über den Nutzen einer Vereinheitlichung greifen also zwingend weiter. Zunächst ist Vereinheitlichung kein Wert an sich. Eine Vereinheitlichung der durch Softwarepatente geschaffenen Rechtsunsicherheit bringt sicherlich nicht mehr Rechtssicherheit.
Wir befürworten grundsätzlich eine Vereinheitlichung im Sinne der Vereinheitlichung von Rechtssicherheit - gegen eine Vereinheitlichung der Rechtsunsicherheit verwehren wir uns jedoch. Daher kann nur eine klare Ablehnung von Softwarepatenten positive Signale aussenden. Ansonsten vereinheitlichen wir nur den Verlust von Arbeitsplätzen in allen Sektoren.
Golem.de: Unabhängig von einer möglichen Einführung von Softwarepatenten in Europa sehen sich Softwareentwickler auch heute schon rechtlichen Risiken auf unterschiedlichen Gebieten ausgesetzt. Die FSFE bietet in diesem Zusammenhang ihr "Fiduciary Licence Agreement" an. Inwieweit wird das Programm genutzt und in welchen Fällen wird der Rechtsschutz auch in Anspruch genommen?
Greve: Das Programm wird bereits von einigen kleineren Projekten in Anspruch genommen, aber noch nicht in größerem Umfang; was auch daran liegt, dass wir bisher noch nicht die Ressourcen hatten, die Schaffung von Strukturen und weitere Verbreitung aktiv anzugehen.
Allerdings ist die eigene Verwendung des FLA nur ein Teil der gewollten Effekte. Es geht uns primär auch darum, Bewusstsein für das Problem und einen konkreten Weg zur Lösung zu zeigen, der allen Projekten zur Verfügung steht. Darüber hinaus haben wir jedoch noch weitere Pläne, die das FLA mit einbeziehen, speziell im Rahmen einer angedachten "Freedom Task Force", mit der wir gerne Projekte noch besser aktiv in der Wahrung ihrer Rechte begleiten wollen.
Viele Streitigkeiten könnten bei richtiger Herangehensweise schon sehr früh mit geringem Aufwand und wenig negativer Aufmerksamkeit beigelegt werden - ein Friede, der zum Nutzen aller wäre.
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Für einen Juristen besteht Rechtssicherheit dann, wenn er alles in seinem Juristentext...
aldär näh, einzeller wie dich gibt genug.
Tu ein gutes Werk und spende die 120 Euronen lieber dem Tierschutz. Indirekt hilfst du...
War gerade auf den Spenden-Seiten, die im Artikel verlinkt waren. Bin sehr erstaunt und...