Forschung: Standortbestimmung per Kamerahandy
Nach dem Willen der Forscher könnte damit etwa die Orientierung in fremden Städten erleichtert werden, indem man ein Gebäude mit einem Kamerahandy aufnimmt und eine MMS an einen entsprechenden Dienst sendet. Dieser analysiert dann das aufgenommene Foto und liefert als Ergebniss den genauen Standort des Gebäudes, so dass man auf diesem Wege leicht in Erfahrung bringt, wo man sich gerade befindet.
Die wesentliche Aufgabe übernimmt die Bilderkennungs-Software "FotoNav", die auf den Arbeiten des kanadischen Forschers David G. Lowe aufsetzt. Die Software filtert für die Analyse charakteristische Merkmale eines Bildes heraus und vergleicht diese miteinander, bis entsprechende Übereinstimmungen gefunden wurden. Derzeit liegt die Trefferquote der Lösung allerdings bei bescheidenen 50 Prozent, so dass ein Praxiseinsatz noch in weiter Ferne liegt. "Das geht sicherlich noch deutlich besser" , meint Doktorand Marc Luxen. "Wir hatten nur nicht die Zeit, so lange an den verschiedenen Stellschrauben zu drehen, bis alles optimal läuft." Das Entwickler-Team sucht nun Industriepartner, um das Verfahren weiter zu verfeinern.
Die Beschränkung auf charakteristische Merkmale soll es gestatten, dass ein Gebäude auch erkannt wird, wenn es aus verschiedenen Blickrichtungen fotografiert wurde. "Unterschiede in der Perspektive oder Beleuchtung kann das Programm dabei gut verkraften" , erklärt Professor Dr. Wolfgang Förstner, Direktor des Instituts für Photogrammetrie. Die Forscher sehen eine gute wirtschaftliche Perspektive für die Fotohandy-Navigation, da es derzeit keine verlässliche Methode gebe, die eine Positionsbestimmung mittels Mobilfunk in Innenstädten gestatte.
Das Forscher-Team sieht über die Standortbestimmung per Handy hinaus weitere Einsatzzwecke der Lösung. So könnten zu touristisch interessanten Gebäuden Hintergrundinformationen bereit gestellt werden, die zusätzlich zum Standort auf dem Handy-Display erscheinen. Somit würde das Handy zum virtuellen Reiseführer mutieren und könnte sich für Touristen als wertvoller Dienst erweisen.
Einen Einblick in die Arbeit gewährt die Webseite www.ipb.uni-bonn.de/FotoNav(öffnet im neuen Fenster) , die auch das frühe Stadium des Projekts anschaulich illustriert. Denn die dort vorgehaltene Datenbank kennt nur Gebäude in der Nußallee in Bonn zuzüglich einiger angrenzender Straßen sowie prominenter Gebäude im Bonner Stadtgebiet. Das Archiv soll sich jedoch durch Besucher erweitern lassen, indem diese Bilder mit Adresse und Beschreibung einsenden können.
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