Spieletest: Star Wars Battlefront - Gefechte mit Darth Vader
Action-Spiel für PC, Xbox und PlayStation 2. Lucas Arts hat die Star-Wars-Lizenz in den letzten Jahren nahezu unendlich ausgereizt und immer neue Spiele zum Thema veröffentlicht, wobei die Qualität der Programme oft zu wünschen übrig ließ und Ankündigungen neuer Titel somit auch bei absoluten Krieg-der-Sterne-Fans kaum noch zu großen Erwartungen führten. Bei Star Wars Battlefront hatte man allerdings schon im Vorfeld das Gefühl, dass hier nach "Knights of the Old Republic" ein weiterer großartiger Titel entstehen könnte – und die Vorahnungen haben sich über weite Strecken als richtig erwiesen.
Während der Entwicklung von Star Wars Battlefront gab sich Lucas Arts nur wenig Mühe, darüber hinwegzutäuschen, dass sich das Spiel inhaltlich sehr deutlich am Multiplayer-Hit Battlefield 1942 orientiert. Ähnlich dem von Battlefield bekannten Conquest-Modus geht es auch in Battlefront meist darum, mit dem eigenen Team alle Stützpunkte auf einer Karte einzunehmen. Alternativ kann allerdings auch einfach das komplette feindliche Team eliminiert werden, was sich oft als einfachere Option entpuppt.
Insgesamt stehen vier verschiedene Parteien zur Auswahl, wobei sich auf den jeweiligen Maps aber immer nur zwei von ihnen begegnen. Neben den Rebellen kann man sich auch auf Seiten des Imperiums schlagen, für die Republik antreten oder die Droiden steuern. Jede Partei hat darüber hinaus fünf unterschiedliche Kämpfertypen – neben dem gut ausgebildeten Allrounder gibt es in jeder Partei Scharfschützen und Piloten, zudem ist auch immer ein recht einmaliger Charakter wie etwa der Wookie-Schmuggler bei den Rebellen anwählbar.
Einen besonderen Reiz machen in Battlefront die Fahrzeuge aus – hier wird praktisch alles geboten, was aus den Star-Wars-Filmen bekannt ist, unter anderem natürlich X-Wings, Tie Fighter und At-Ats. Betreten der Fahrzeuge ist per simplen Knopfdruck möglich, auch die Steuerung ist von Beginn an denkbar einfach; allerdings gestatten leider nicht alle Maps den Einsatz der Raumgleiter.
Star Wars Battlefront muss nicht zwangsläufig im Multiplayer (für bis zu 32 Spieler) gespielt werden, die Entwickler spendierten dem Titel auch eine recht umfangreiche Solo-Kampagne. Hierbei wählt man entweder ein kurzes und schnelles Gefecht, stürzt sich in die historische Kampagne oder wendet sich in der Galaxis-Eroberung nach und nach einem neuen Planeten zu, der in die eigene Gewalt gebracht werden muss. Trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen spielen sich all diese Modi aber sehr ähnlich. Da die Intelligenz der Computer-Kontrahenten recht gut ist und auch an die eigenen Bots im gewissen Rahmen Befehle erteilt werden können, wirkt das Ganze längst nicht nur wie ein einfaches Extra, sondern wie ein eigenständiges Spiel.
Optisch und akustisch zieht Battlefront alle Register – die vielen Schauplätze wie Naboo oder Hoth sehen, dem jeweiligen Filmvorbild entsprechend, extrem unterschiedlich, aber immer äußerst detailliert aus; die bekannte Musik sorgt für zusätzliche Atmosphäre.
Neben der hier getesteten PC-Version ist Star Wars Battlefront auch für Xbox und PlayStation 2 verfügbar. Diese Versionen lagen uns allerdings nicht vor.
Fazit: Ob man Star Wars Battlefront mag, hängt vor allem davon ab, wie sehr man die Star-Wars-Reihe schätzt; denn prinzipiell bietet der Titel nicht mehr als andere gute Multiplayer-Shooter wie eben Battlefield 1942. Wer aber strahlende Augen bei Sätzen wie "Darth Vader hat das Spielfeld betreten" bekommt, oder glücklich ist, wenn er einen X-Wing fliegen kann, wird die nächsten Monate nichts anderes mehr spielen wollen. Battlefront bietet eben keine Innovationen, dafür aber eine der schönsten Science-Fiction-Erfahrungen, die es am PC bisher zu erleben gab.