IT-Unternehmen setzen 2004 2,5 Prozent mehr um

Gemischt ist die Situation bei den ITK-Geräten: Während die Verkäufe von Multifunktionsgeräten, Notebooks und die Mobilfunk-Sendetechnik kräftig zulegen, treten die Umsätze bei Großrechnern oder stationären PCs auf der Stelle. Insgesamt ist das Ergebnis mit plus 0,9 Prozent auf 34,4 Milliarden Euro jedoch erfreulich. 2003 war das Marktvolumen noch um 4,4 Prozent geschrumpft, im Jahr zuvor sogar um 12 Prozent.

Die Umsätze mit digitalen "Consumer Electronics" wachsen ebenfalls kräftig. Der Wechsel von analogen zu digitalen Geräten vollzieht sich inzwischen schneller, als noch zu Jahresbeginn prognostiziert. Die Umsätze mit digitalen Produkten stiegen bis Juli 2004 um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, die analogen Produkte verloren hingegen 14 Prozent. An der Wachstumsspitze liegen Flachbildschirme und Projektions-TV (plus 109 Prozent), digitale Fotoapparate (plus 18 Prozent) und MP3-Spieler (plus 276 Prozent). Insgesamt steigen die Umsätze mit "Consumer Electronics" einschließlich Videogames, Unterhaltungs-Software und neuen Produktgruppen im laufenden Jahr um 2,7 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro. Im kommenden Jahr wird ein Wachstum um 2,5 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro erwartet.

Erfreulich auch die Entwicklung des ITK-Arbeitsmarkts: Er hat sich in diesem Jahr gefestigt, der Stellenabbau ist zu Ende. Derzeit beschäftigt die Branche nach Verbandsangaben etwa 741.000 Mitarbeiter; ihre Zahl soll 2005 voraussichtlich wieder leicht steigen. Bereits heute suchen Software-Hersteller und IT-Berater wieder neue Mitarbeiter. Experten fehlen im Moment beispielsweise in der IT-Sicherheit sowie an den IT-Schnittstellen im Automobilbau.

Trotz der unterschiedlichen Konjunkturprognosen der vergangenen Wochen blickt die Branche zuversichtlich in die Zukunft. Fast 60 Prozent der ITK-Unternehmen rechnen mit einem klaren Umsatzwachstum. Unsicherheiten würden jedoch die politischen Rahmenbedingungen in Deutschland bereiten: Noch vor der schwachen Binnennachfrage sind sie das wichtigste Wachstumshindernis, ergab eine Bitkom-Umfrage. Schon in den ersten Monaten dieses Jahres hatten der Streit um die Ausbildungsplatzabgabe und die Sozialreformen für Verunsicherung gesorgt.

Die Unternehmen beklagen zudem massive Wissenslücken bei Bewerbern. Die schulische Bildung entspricht ihrer Meinung nach nicht mehr heutigen Anforderungen. Das hat zuletzt auch die OECD-Studie bewiesen. "Die Schulen müssen moderner werden. Dafür hat die Industrie in vielen Fällen mit kostenlosen Rechnern, Software-Paketen und Internet-Zugängen einiges geleistet. Nun ist es Zeit, Lehrpläne aufzufrischen und Lehrer fortzubilden", sagte Rohleder.

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