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Spieletest: Final Fantasy XI - europäische Helden gesucht

Japanisches Spiel will nun auch Europa erobern – benötigt aber eine Kreditkarte. Nach einer Wartezeit von fast zwei Jahren hat Square Enix das erfolgreiche japanische Online-Rollenspiel Final Fantasy XI (FF XI) endlich auch in Europa für Windows-PCs gestartet. Im Paket enthalten sind neben dem eigentlichen Spiel auch die bisher erschienenen Erweiterungen Chains of Promethia und Rise of the Zilart sowie das Mini-Spiel Tetra Master.
/ Christian Klaß
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Leider hat Square die Installation nicht vereinfacht: Sieben CDs sind über insgesamt vier separate Setup-Routinen nacheinander zu installieren, anschließend gilt es, sich bei Squares PlayOnline-Dienst anzumelden, ein Profil anzulegen, eine Hand voll Authentifizierungsschlüssel für die einzelnen Komponenten einzugeben, um diese freizuschalten und erst dann kann das leider nur englischsprachige Final Fantasy XI wirklich gestartet werden. Dazu muss der PlayOnline-Viewer verwendet werden, über den Square auch Nachrichten etwa zur Abrechnung an den Abonnenten des Spiels versendet. Eine pol.com-E-Mail-Adresse gibt es bei der Anmeldung übrigens dazu.

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Beim ersten Start von Final Fantasy XI – nach dem Einspielen von derzeit etwas über 80 MByte Updates – gilt es, einen Charakter zu erstellen, wobei Geschlecht, Rasse, Beruf und im gewissen Rahmen auch das Aussehen und die Größe verändert werden können. Es kann zwischen den Menschen ("Hume"), den starken Elfen ("Elvaan"), den geschickten Katzenmenschen ("Mithra"), einer Art besonders schlagkräftiger Riesen ("Galka") und knuddligen magiebegabten Zwergenwesen ("Tarutaru") gewählt werden. Bis zu 16 Charaktere können pro Account geführt werden, anders als bei vielen anderen Onlinerollenspielen muss aber für jeden zusätzlichen Charakter ein US-Dollar mehr pro Monat gezahlt werden.

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Anfangs stehen sechs Basis-Jobs zur Auswahl, der Krieger (Warrior), der Dieb (Thief), der Mönch (Monk), der Weißmagier (White Mage), der Schwarzmagier (Black Mage) und der Rotmagier (Redmage), eine Kombination aus Schwarz- und Weißmagier. Berufe können im Laufe des Spiels gewechselt und auch Zweitberufe gewählt werden, darüber hinaus können die Charaktere einem oder mehreren Handwerken nachgehen. Neben Kämpfen gegen die Feinde der drei verbündeten Reiche der Welt von Vana'diel erlaubt FF XI den Spielern auch das Herstellen eigener Gegenstände wie z.B. Kleidung, das Ernten und Schürfen von Rohstoffen, das Angeln nach Fischen, das Reiten auf Chocobos und den Handel über ein Basar- sowie ein Auktionssystem.

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Kämpfe laufen anders als bei den anderen Final-Fantasy-Spielen in Echtzeit ab, gelernte physische und magische Angriffe werden aber weiterhin aus einer Liste ausgewählt und, sofern sie nach einer bestimmten Zeit wieder zur Verfügung stehen, ausgeführt. Die Basisattacke hingegen wird automatisch ausgeführt, was von anderen Spielen bekannt ist. Es sind auch bestimmte Kombinationen aus Angriffen und das zeitgleiche Zaubern mit anderen Spielern möglich, um etwas mehr Schaden zu machen. Fans von Hardcore-Mehrspieler-Gefechten werden in Final Fantasy XI vermutlich nicht sonderlich glücklich, der Fokus liegt auf kooperativem Team-Play gegen Monster – gegeneinander gekämpft wird nur in Arenen.

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Die Steuerung des Spiels erfordert eine Kombination aus Maus und Tastensteuerung, wobei dank veränderbarer Tastatur-Belegung und anlegbarer Makros zwar fast alles per Tastatur erledigt werden kann, doch leider nicht alles per Maus, was etwa beim Abwählen eines festgelegten Ziels zu Problemen führen kann. Auch springt der Mauszeiger bei der Zielauswahl mitunter ins Aktionsmenü, zumindest wenn ein Objekt noch nicht in Reichweite ist oder man daneben geklickt hat. An die Steuerung gewöhnt man sich zwar, der Wunsch nach einer intuitiveren Bedienung bleibt jedoch bestehen.

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Getrennte Chat-Fenster etwa um mit Nachbarn, einzelnen Spielern oder einer Gruppe (bis zu sechs Mitglieder) zu kommunizieren, gibt es nicht. Dafür gibt es ein Übersetzungssystem, um sich mit japanischen Spielern zu verständigen – hierbei werden Textbausteine zusammen geklickt. Warum ausgerechnet hier versäumt wurde, das Übersetzungssystem auch auf andere Sprachen als Englisch und Japanisch anzupassen, bleibt ein Rätsel der Entwickler. Allerdings ist es laut Square möglich, dass die Software bei genügend Nachfrage in Zukunft in weitere Sprachen übersetzt wird.

Grafisch muss sich das schon zwei Jahre alte Final Fantasy XI alles andere als verstecken. Die gelungene, mit vielen kleinen Details aufwartende 3D-Grafik erinnert an andere Final-Fantasy-Titel und japanische Comics, läuft flüssig und weiß durch mal ekelig, mal niedlich aussehende Gegner zu begeistern. Alleine die Spielercharaktere sehen schon sehr gut aus und lassen sich durch unterschiedliche Waffen, Kleidung, Rüstung und Schmuck gut auf den eigenen Geschmack anpassen.

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Die Grafik etwa bei speziellen Angriffen und der Zauberei erweisen sich eines Final-Fantasy-Titels würdig, die Effekte sehen zum Teil sehr imposant aus und sind entsprechend vertont. Dennoch sollte man auch nicht zu viel erwarten, schließlich nutzt die 3D-Engine des Spiels "nur" DirectX-8-Shader.

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Damit das Spiel nicht nur auf Systemen ab einer DirectX-8.1-fähigen Grafikkarte mit mindestens 32 MByte läuft, hat Square in Zusammenarbeit mit Intel auch einen leicht eingeschränkten Qualitätsmodus für den nicht ganz so leistungsstarken Onboard-Grafikchip "Intel Extreme Graphics 2" des Grantsdale-Chipsatzes ins Spiel integriert. Auf die maximal mögliche 3D-Auflösung von 1.600 x 1.200 Punkten des Spiels wird man wohl verzichten müssen. Eine Kantenglättung lässt sich in den Optionen von Final Fantasy leider nicht aktivieren, hier muss der Treiber bemüht werden, was allerdings auf einer Radeon 9800 nicht gelingen wollte.

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Sound und Musik tragen ebenfalls zur Final-Fantasy-Stimmung bei. Die Welt ist dank der integrierten Erweiterungen recht groß, die einzelnen Regionen sind unterschiedlich gestaltet und brauchen einige Zeit, um vollends entdeckt zu werden.

Die Mitspieler scheinen zum Teil hilfreicher zu sein als in einigen anderen Online-Rollenspielen, zumal Square es auch Spielern erlaubt, ab einem bestimmten Level als eine Art inoffizieller Support zur Verfügung zu stehen. Letztendlich ist es aber wie im echten Leben: Wer andere Spieler nicht anchattet und sich nicht involviert, hat es schwerer.

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Japanische, US-amerikanische und europäische Spieler spielen auf den gleichen Servern, es gibt keine speziellen Server für die einzelnen Regionen. Wer nun aber darauf hofft, Final Fantasy XI gemeinsam mit Freunden spielen zu können, wird nach der Charaktererschaffung vermutlich eine Enttäuschung erleben: Das Spiel erlaubt es dem Spieler nicht, den Server auszuwählen, auf dem der jeweilige Charakter zu Gange ist. Stattdessen muss man im Spiel einen Weltenpass erwerben und hat erst dann die Möglichkeit, zueinander zu finden. Bei anderen Spielen ist es hingegen möglich, den Server bewusst auszuwählen.

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Dafür gab es allerdings während unseres Tests keinerlei Netzwerkprobleme in Final Fantasy XI, Abstürze ebenfalls nicht – das Spiel wirkt recht ausgereift. Wenn es jetzt auch noch im Fenster laufen würde und mit einem Task-Wechsel klarkommen würde...

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Die Final-Fantasy-XI-Box ist seit Mitte September 2004 in Europa verfügbar und kostet 50,- Euro inkl. 30 Tagen kostenlosem Zugang. Danach werden monatlich 12,95 US-Dollar und 1,- US-Dollar pro zusätzlichem Charakter und die Nutzung des Mini-Spiels Tetra Master fällig. Ohne VISA- oder Master-Card muss man leider draußen bleiben; lokale Zahlungsgepflogenheiten wie Überweisung oder Bankeinzug will Square leider auch in Zukunft nicht unterstützen. Damit begrenzt Square leider den Kreis der Kunden, aber bei bereits international über 500.000 zahlenden Spielern fällt das vermutlich nicht auf.

Fazit:
Final Fantasy XI ist ein wirklich gut gelungenes, stabil laufendes Online-Rollenspiel, das allerdings auch seine Schwächen hat. Nimmt man diese in Kauf und scheitert nicht an der Abrechnungshürde, so kann man in der grafisch sympathisch gestalteten, stimmungsvollen Welt von Final Fantasy XI gemeinsam mit anderen Spielern viele Abenteuer erleben.


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