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NRW steigt beim Digital Peer Publishing ein

Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft unterzeichnet die "Berliner Erklärung"

Nordrhein-Westfalen bietet seinen Wissenschaftlern zukünftig die Möglichkeit, ihre Forschungsergebnisse im Rahmen der Initiative "Digital Peer Publishing NRW" digital zu publizieren. Bisher werden wissenschaftliche Ergebnisse überwiegend in gedruckten Fachzeitschriften und in der Regel nur mit erheblicher zeitlicher Verzögerung publiziert. Hier geht NRW nun neue, schnelle und digitale Wege.

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Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft stellte die Initiative "Digital Peer Publishing NRW" (DIPP) vor: "Wissenschaftlicher Fortschritt lebt vom Austausch der erzielten Erkenntnisse. Ergebnisse, die spät und nur einem begrenzten, zahlungskräftigen Interessentenkreis zur Verfügung stehen, können die Forschung nicht nachhaltig voran bringen. Mit DIPP bietet NRW seinen Forschern nun die Basis für zeitnahes, digitales Publizieren."

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In der vom Wissenschaftsministerium mit 600.000 Euro finanzierten Initiative werden acht elektronische Fachzeitschriften und ihre Redaktionen an nordrhein-westfälischen Universitäten und Fachhochschulen gefördert. Die Initiative hat bei der Umsetzung des digitalen Publizierens sowohl bei der Software als auch bei der rechtlichen Absicherung Neuland betreten. Sie entwickelte sowohl die "Deutsche Freie Software Lizenz (DFSL)", eine Art Mustervertrag zur Nutzung selbstentwickelter Software, als auch die "Digital Peer Publishing Lizenz (DPPL)", die regelt, wie die publizierten Inhalte genutzt werden dürfen.

"Die elektronischen Fachzeitschriften ermöglichen es, wissenschaftliche Arbeiten zeitnah zu veröffentlichen. Und die Lizenzen schaffen den Rahmen und die Regeln, wie diese Arbeiten im Internet weiter verwendet werden dürfen", skizzierte Kraft die Besonderheiten des Modells. Als Garant für die Qualität der Fachbeiträge werden die eingereichten Artikel einem Peer-review-Verfahren unterzogen, einem Begutachtungsprozess durch externe Experten.

Die nordrhein-westfälische Initiative setzt gezielt auf Open Access, also den ungehinderten Zugang zu wissenschaftlichen Informationen im Internet ohne finanzielle, rechtliche oder technische Beschränkungen. NRW ist nach Angaben der Landesregierung das erste Bundesland, das die von der Max-Planck-Gesellschaft initiierte "Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen" praktisch umsetzt. Ministerin Kraft unterzeichnete die Erklärung gemeinsam mit Professor Jürgen Renn, dem Initiator der "Berliner Erklärung" bei der Max-Planck-Gesellschaft und Leiter des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte in Berlin.

In der "Berliner Erklärung" sprechen sich namhafte deutsche und internationale Forschungseinrichtungen nachdrücklich für die konsequentere Nutzung des Internets zur wissenschaftlichen Kommunikation und zur Veröffentlichung von Forschungsergebnissen mit dem Ziel des freien Zugangs zur Wissenschaft und deren Arbeitsergebnissen aus. Zu den Unterzeichnern gehören u.a. die Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft, der Leibniz-Gemeinschaft, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, der Hochschulrektorenkonferenz sowie der Vorsitzende des Wissenschaftsrates.



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