SCO planlos und Hilfe suchend
SCO fordert eine Roadmap, um einzelne Teile von Linux mit Unix vergleichen zu können. Das Gericht zeigte sich ob der Forderung verwundert, man habe den Eindruck gehabt, ein entsprechender Vergleich habe bereits vor Einreichung der Klage stattgefunden.
SCO räumte in diesem Zusammenhang ein, die bisher erhobenen Vorwürfe und Aussagen bezögen sich auf einen Code-Vergleich aus dem Jahr 1999. Einem Zeitpunkt, zu dem der Linux-Kernel etwa halb so groß war wie heute, so SCO. Die Analyse sei aber aus anderen Motiven und vor allem von Technikern durchgeführt worden und liefere daher nicht die notwendigen Beweise, erklärte SCO.
Dabei nahm die Anhörung durchaus unterhaltsame Züge an: "Was haben Sie erwartet, das ich tun würde, als Sie aufgestanden sind? Ich glaubte nicht, Sie wollten auf die Toilette gehen. Ich dachte, Sie stehen auf, um Fragen zu beantworten" , sagte der Richter zu einem der SCO-Anwälte. "Ich dachte, Sie würden mich auffordern, wieder Platz zu nehmen, Euer Ehren" , antwortete der Anwalt, der anschließend zu der Aussage kam: "Wir brauchen dringend - wir brauchen etwas Hilfe."
Die Aussagen von SCOs Anwälten lassen frühere Aussagen von SCO zweifelhaft erscheinen. Dieser hatte die 2003 vorgelegten Beweise als Spitze des Eisbergs bezeichnet. Man habe sich zunächst mit den neuen Teilen des Linux-Quellcodes beschäftigt und könne daher nicht sagen, ob möglicherweise ältere Versionen keinen entsprechenden Code enthalten. "Wir sind insbesondere über den Linux-Kernel ab Version 2.4 besorgt" , sagte Chris Sonntag, Vizepräsident bei SCO für den Bereich SCOSource im Juni 2003. Linux 2.4 ist aber erst Anfang 2001 erschienen . Mit der Entwicklung hatte man nach dem Erscheinen von Linux 2.2 Anfang 1999 begonnen .