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Hohes Interesse an Handy-Fernsehen bei Verbrauchern

Knapp 80 Prozent wollen Handy-TV nutzen. Erste Pilottests mit der digitalen Übertragungstechnik DVB-H (Digital Video Broadcasting Handheld), die Fernsehempfang in Echtzeit auf kleinen, mobilen Endgeräten ermöglicht, wurden bereits 2004 in Berlin erfolgreich durchgeführt. Ungeklärt ist allerdings bisher, wie die zukünftigen Nutzer dieser Technik gegenüberstehen? Im Rahmen einer Internet-repräsentativen Kurzbefragung wurden 500 Personen nach der Bereitschaft zur Nutzung dieses Dienstes befragt.
/ Andreas Donath
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Insgesamt 79 Prozent der Befragten können sich vorstellen, klassische TV-Vollprogramme auf dem Handy anzusehen. Dabei wirkt dieser Dienst auf Männer attraktiver als auf Frauen. Insgesamt interessieren sich 83 Prozent der befragten Männer, jedoch nur 75 Prozent der Frauen für das Handy-Fernsehen.

Unterschiede zeigen sich zudem in der Nutzungshäufigkeit. Über die Hälfte der Männer würden mehrmals die Woche oder sogar täglich das Handy zum Fernsehen nutzen, wohingegen nur 28 Prozent der Frauen dies in dieser Intensität tun möchten. Auch das Alter hat einen Einfluss auf den Nutzungsgrad des mobilen Fernsehens. Tendenziell lässt sich sagen, dass mit zunehmendem Alter die Nutzungshäufigkeit des Handy-Fernsehens abnimmt.

Betrachtet man die potenziellen Nutzer dieser Technik, also alle Personen, die angegeben haben, das Handy-Fernsehen wenigstens selten zu nutzen, so erklären sich 61 Prozent von diesen dazu bereit, beim Kauf eines neuen Handys einen Aufpreis für diese Funktionalität zu bezahlen. Im Umkehrschluss bedeutet dies allerdings auch, dass 39 Prozent der Befragten diese Technik zwar nutzen, aber nicht dafür bezahlen wollen.

Im Detail zeigen die Ergebnisse, dass 20 Prozent der Befragten einen Mehrpreis von bis zu 10 Euro, 14 Prozent zwischen 10 und 20 Euro, weitere 18 Prozent zwischen 20 und 50 Euro und 9 Prozent über 50 Euro zu zahlen bereit wären.

Betrachtet man die geschlechterspezifische Verteilung fällt auf, dass Männer mit 64 Prozent eine höhere Zahlungsbereitschaft als Frauen mit 56 Prozent aufweisen. Somit sind es insbesondere die Männer sowie junge Menschen, die sich für das Handy-Fernsehen begeistern können und demzufolge eher dazu bereit sind, einen höheren Betrag beim Kauf eines Handys auszugeben.

Am häufigsten wollen die Befragten den Dienst in Situationen nutzen, in denen sie warten und sich ablenken wollen (84 Prozent). Auch sind Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln (64 Prozent) und Autofahrten als Beifahrer (47 Prozent) prädestiniert für den Einsatz des Handy-Fernsehens. Die Nutzungsbereitschaft des Handys als Konkurrenz zum Fernseher zu Hause fällt erwartungsgemäß gering aus.

Der mit Abstand wichtigste Grund für die Nutzung von Handy-Fernsehen ist der mobile Empfang von Nachrichten (80 Prozent). Aber auch aktuelle Sportereignisse (40 Prozent), Serien (40 Prozent) und Musikvideos (37 Prozent) stehen hoch im Kurs.

Während Nachrichten für Frauen und Männer gleichermaßen interessant erscheinen, unterscheiden sich die Geschmäcker insbesondere in Bezug auf Sportereignisse und Serien. Mehr als die Hälfte der befragten Männer (53 Prozent) zeigen Interesse an Sportberichterstattungen, wohingegen Sportereignisse bei Frauen auf dem letzten Platz rangieren. Frauen zeigen dafür besonderes Interesse am mobilen Empfang von Serien (46 Prozent).

Nachrichten stellen vor allem in der Alterklasse über 50 Jahren den wichtigsten Programmpunkt dar. Mehr als 90 Prozent dieser Altersklasse äußern ein Interesse am Empfang dieser Sendungen. Serien und Musikvideos hingegen sind eher für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 29 Jahren interessant.

Insgesamt wurden 500 Personen "Internet-repräsentativ" aus dem Online-Access-Panel "Panopia" der Smart-Research GmbH befragt. Der Untersuchungszeitraum lag zwischen dem 9. und 16. September 2004.


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