Interview: Wer Linux per Hand installiert, ist selbst schuld

Golem.de: Wie viele Rechner standen bei dir zur Installation an, als du dich dazu entschlossen hattest, FAI(öffnet im neuen Fenster) zu schreiben?
Golem.de: Was sind die bemerkenswerten Neuerungen bei der neuen Version?
Lange: Schneller, bunter, höher, weiter ... (grinst)
Es gibt nun eine farbige Copyright-Meldung auf dem Bildschirm. Der neue FAI-Monitor daemon zeigt die Aktionen aller Rechner an, die gerade mit FAI installiert werden. Seit FAI 2.6 wird nun Sarge unterstützt. Die Hardwareerkennung nutzt nun discover2 und natürlich kann während der Installation ein 2.4- oder 2.6er-Kernel genutzt werden. Außerdem gab es immer wieder Beschwerden, dass die Beispiele zu kompliziert sind. Das habe ich deutlich geändert und nun soll jeder innerhalb einer Stunde ein Erfolgserlebnis haben und seine erste Installation beenden können.
Golem.de: Ab welcher Rechneranzahl wird es effektiver, Zeit in FAI statt in manuelle Installationen zu stecken?
Lange: Ganz einfach: ab einem Rechner. Diese Frage kommt immer wieder. Die Frage ist nicht, wie viele Rechner man installieren möchte, sondern wie wichtig diese Rechner sind. Nach einem Defekt können die Rechner mit einer automatischen Installation innerhalb von Minuten wieder hergestellt werden und sind dann genauso konfiguriert wie zuvor. Wer schafft das schon per Hand?
Golem.de: Deine Webseite zeigt eine beeindruckende Auflistung von Einsatzorten. Was waren die bemerkenswertesten Einsätze für FAI?
Lange: Sehr interessant sind natürlich große Cluster und neue Hardware, z.B. der erste Cluster mit IA64-Architektur. Zwei der FAI-Installationen haben es sogar in die Top 500 der schnellsten Rechner der Welt geschafft. Außerdem gibt es das Cenitbots-Projekt, das 100 autonome Roboter mit FAI installiert hat.
Golem.de: Viele Anwender im Office-Bereich arbeiten mal mit Linux, mal mit Windows. Gibt es eine Möglichkeit, bei der Installation auf ein Dualboot-System Rücksicht zu nehmen oder gar gleichzeitig mit Linux Windows zu installieren?
Lange: Dualboot ist möglich, man kann auch die Windows-Partition unberührt lassen. Wer eine tar-Datei von Windows hat, kann sie einfach mit einem tar-Befehl installieren. Ich empfehle aber, mke2fs für die Windows-Partition. (grinst) FAI ist sehr einfach erweiterbar. Da während der Installation beliebige Linux-Kommandos ausgeführt werden können, kann man leicht eine Funktion implementieren, die dies macht.
[Das Interview führte Michael Renner]



