Mäßiges Lizenzspiel von EA. Mittlerweile hat man sich ja daran gewöhnt, dass es zu praktisch jeder größeren Leinwandpremiere auch ein passendes Videospiel gibt, und als sich Electronic Arts die Lizenz für Catwoman sicherte, konnte man zumindest vorübergehend auf ein wirklich gutes Spiel hoffen – schließlich zeigte der Videospielgigant zuletzt mit der Herr-der-Ringe-Trilogie, wie eine stimmige Spielumsetzung aussehen kann. Catwoman allerdings dürfte kaum in die Annalen der Videospielgeschichte eingehen – und das gleich aus einer ganzen Reihe von Gründen.
Im Intro bekommt man zunächst die recht mysteriöse Hintergrundgeschichte erzählt: Eine junge Frau kommt auf unnatürliche Art und Weise ums Leben, wird aber durch seltsame Umstände neu geboren – und verfügt jetzt plötzlich über eine ganze Reihe von Katzenfähigkeiten. Bekleidet mit einem schwarzen Kostüm im S/M-Look tritt sie zu einer Art Rachefeldzug an, um in diversen unterschiedlichen Leveln die Bösewichter, die sie um ihr erstes Leben gebracht haben, zur Rechenschaft zu ziehen.
Zu Beginn macht Catwoman noch einen recht guten Eindruck: Charaktere und Level sind hübsch und detailreich gestaltet und der Aktionsradius der Katzenfrau kann sich auch sehen lassen – wie eine gute Mischung aus dem persischen Prinz und Spider-Man kann sie Wände erklimmen, an Rohren entlanghangeln, zu wilden Sprüngen ansetzen oder sich mit der eigenen Peitsche über Abgründe hinwegschwingen.
Bereits nach einigen wenigen Spielminuten fallen aber immer mehr Mängel im Spieldesign auf. Zunächst einmal sind die Kämpfe gegen die diversen Kontrahenten eine äußerst dröge Sache – mehr als Standard-Tritte und -Schläge hat Catwoman nicht aufzubieten, um die Feinde auszuschalten. Zwar lernt man im Spielverlauf neue Moves hinzu, der Großteil von diesen ist aber schlicht und ergreifend unnütz und findet daher kaum Anwendung. Hinzu kommt eine äußerst ungünstige Kameraführung, welche die Katzendame zwar immer wieder gut in Szene setzt, sich aber wenig um Übersichtlichkeit schert – beständige unnötige Tode auf Grund von Bereichen, die man nicht einsehen konnte, sind die Folge.
Am schwersten wiegt aber sicherlich die Tatsache, dass die Entwickler gar nicht erst versucht haben, so etwas wie einen stringenten Spannungsfaden einzubauen. Die Hintergrundgeschichte bleibt seltsam verworren und wird auch immer eher nebenbei erzählt, die jeweiligen Level-Aufgaben wiederholen sich ständig und bieten praktisch keine Abwechslung. Da passt die plumpe Sprachausgabe ganz hervorragend – die schon bald nervenden Plattitüden der Hauptdarstellerin sind nur ein weiterer Grund dafür, warum man mit dieser Frau nicht allzu viel Zeit verbringen will.
Catwoman ist für die Xbox, die PlayStation 2 und den Gamecube erhältlich, wobei sich diese Versionen kaum voneinander unterscheiden. Zudem gibt es das Spiel auch für den PC und den GBA, allerdings lagen uns diese Versionen nicht zum Test vor.
Fazit: Technisch gehört Catwoman sicherlich nicht zu den schlechtesten Spielumsetzungen großer Leinwandvorlagen, dem Titel mangelt es aber ganz erheblich an Inspiration – schnell kehrt Langweile ein, die auch nicht wieder verfliegen will. Die beständigen Kameraprobleme sorgen zudem für viel Frust und machen das Spiel selbst für Fans zu einer kaum empfehlenswerten Angelegenheit.