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Interview: NX - die Revolution des Netzwerk-Computing?

Golem.de: In erster Linie könnte eine breite Integration von NX aber sicherlich zu neuen Möglichkeiten für serverbasierte Desktops in Unternehmens-, Behörden- oder auch Schulnetzen führen. Was kann NX hier in den nächsten Jahren bewirken?

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Pfeifle: NX wird das gesamte Weltbild vom "Network Computing" umwälzen. Da fallen uns wohl ziemlich schnell ein Dutzend unterschiedliche Gebiete ein.

Franz: Erstens wird NX wieder einen Aufschwung für serverbasiertes Computing bewirken - und zwar wie Sie schon sagten, nicht nur für die klassischen Server-Applikationen, sondern vor allem für die persönlichen Desktops, jedoch ohne den "Personal Computer" dadurch überflüssig zu machen.

NX-getriebene Applikationsserver sind hier das Stichwort. Nicht nur in Unternehmen, Behörden und Schulen kommen die dann in Mode - jede Familie Maier, die heute einen Rootserver bei "1&1", "strato" oder "Schlund" mit ihrer Domäne "die-maiers.de" betreibt, wird sich diesen dann in einen NX-Applikationsserver umwandeln wollen - Wartung, Backup, Pflege, Software-Updates inklusive. Rootserver werden künftig nicht nur mit Apache und PureFTPD vermietet, sondern auch mit NX bzw. FreeNX.

Pfeifle: Zweitens bringt NX die unwahrscheinlichsten Hardware-Komponenten miteinander in Verbindung: Siemens Mobiltelefon und Sharp PDA mit Fujitsu Mainframe und AMD Athlon-Cluster, Apple iBook mit IBM zSeries, Sony PlayStation mit Solaris Enterprise Server.

Franz: Drittens lässt NX die Grenzen zwischen den Betriebssystemen aus Anwendersicht schmelzen. Es wird unerheblich, an welchem System ich gerade sitze: an Linux, an Windows, an MacOS X, an Solaris, an Zaurus, an einer vom USB-Stick gebooteten Knoppix. Es ist gleichgültig, auf welche Applikation, auf welchen Desktop, auf welches Betriebssystem ich zugreifen möchte: auf KDE, auf OpenOffice, auf KMail, auf Windows mit Photoshop. Wichtig ist nur, dass "das Netz" funktioniert - dann vermittelt NX den plattformübergreifenden Zugriff.

Pfeifle: Viertens lässt NX durch seine Fähigkeiten zur Server- und Anwendungs-Virtualisierung die Software im Vergleich zur Hardware noch wichtiger werden.

Franz: Fünftens wird NX den Verbreitungsgrad von Funknetzen wie Bluetooth, GPRS, GSM, und UMTS in den nächsten Jahren mit all deren Anwendungsmöglichkeiten erheblich sinnvoller erscheinen lassen. Die Schlagwörter vom "ubiquitous" (allgegenwärtigen, Anm. d. Red) und "pervasive", also alles durchdringenden Computing wird wohl erst durch NX wahr gemacht. Und IBM wird überrascht sein, woher plötzlich neue Sinngehalte für "grid computing" kommen.

Pfeifle: Sechstens wird NX eine neue Art von World Wide Web begünstigen. Wo bisher eher statische, unperformante, "dünne" HTML-Seiten ihren Dienst taten, kann man künftig auf dynamische und "reiche" Applikationen zugreifen, und zwar sowohl in stark serverzentrierten Environments als auch in Peer-to-peer-Netzen.

Franz: Siebentens ermöglicht NX die bessere Ausnutzung und effizientere Auslastung von Hardware: beim "großen Eisen" geschieht dies mittels Applikations-Server für viele parallele Nutzer-Sessions; bei "schwachen CPUs" durch deren Aufwertung zum ThinClient, der von überall her Zugriff auf praktisch beliebige Rechenpower, die sich irgendwo befindet, haben kann.

Pfeifle: Achtens wird NX eine weitere Stufe der "Migrationswelle hin zu Linux" einleiten. Denn NX kann jeden Migrationsplan in kleinere überschaubarere Etappen aufteilen. In verträglichen Dosen verabreicht, wird die für viele bittere Linux-Medizin eventuell leichter verdaulich: NX kann einzelne KDE-Applikationen wie KMail und Kontact auf den Windows-Bildschirm holen (siehe dazu Amazing Konqueror Screenshots on Windows XP). In Wirklichkeit laufen die Anwendungen dann aber auf entfernten Linux-Rechnern. Dadurch schrumpft der permanente Administrationsaufwand für Probleme wie Backup und Virenschutz gleich um mehrere Größenordnungen; und damit ist dann bereits ein erster Schritt zur Migration gemacht.

Nur ein Beispiel dafür: Das Projekt "KMail/Kontact per NX auf den Windows-Bildschirm holen" umfasst noch mehr verborgene Möglichkeiten: Vor zwei Jahren wurde das "Projekt Aegypten" ins Leben gerufen und vom BSI finanziert. Dieses ist jetzt fertig gestellt und gewährleistet sichere E-Mail-Kommunikation über etablierte Verschlüsselungsstandards. Nach meinen Informationen arbeiten jedoch weniger als 100 Behördenmitarbeiter derzeit mit KMail - einfach weil noch nicht mehr Bundesbehörden-Desktops auf Linux/KDE umgestellt sind. Mit Hilfe von NX könnte man binnen kürzester Zeit hunderttausenden von Angestellten im öffentlichen Dienst Zugang zu KMail, veredelt durch die "Projekt Ägypten/Sphinx"-Verschlüsselungsalgorithmen, von ihren Windows-Workstations aus verschaffen. Praktisch schlagartig wäre die Pest der Windows-Viren und -Würmer hier beseitigt, wenn diese relativ einfache Umstellung Wirklichkeit würde.

FreeNX und NX können so beim ersten Schritt der Umstellung auf freie Software helfen. Sie können aber auch Projekte unterstützen, die nur deshalb verzögert sind, weil zwar die ersten 90 Schritte garantiert sind, aber die letzten 10 eben noch nicht: NX bildet hier einen "Brückenkopf zurück" zu den lebenswichtigen Fachanwendungen migrationswilliger Kommunen, die wegen 10 Prozent noch nicht von den Herstellern portierter Programme vor den ersten Migrationsschritten immer noch zögern: Denn NX kann auf den Linux-KDE-Desktop Anwendungen holen, die auf Windows Terminalservern oder Windows XP Professional Workstations laufen.

Franz: Neuntens.... Ich glaube, wir machen das versprochene Dutzend heute nicht mehr voll.

Pfeifle: Ja, lass gut sein. Wir dürfen unser Pulver nicht vorzeitig verschießen.

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patrickulrich 03. Apr 2006

hallo kann mir jemand helfen ich suche den ASCII Code für die ALTGR taste

HAL9000 24. Aug 2004

Wenn man zwei Rechner via 100MBit mit einander verbindet mögen die klassischen Remote...

Otto d.O. 23. Aug 2004

Thin Clients mit Microsoft Terminal Server sind gang und gäbe. Ist nicht die grosse "Der...

Vigilance 23. Aug 2004

Geht auch mit den Ascii code 92, aber nervt halt.. Die Sache mit den Remotesessions ist...

fischkuchen 20. Aug 2004

jo, sieht aber trotzdem gut aus ;)


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