Interview: NX - die Revolution des Netzwerk-Computing?
Golem.de: Wie werden die Daten einer NX-Verbindung geschützt, insbesondere wenn diese über offene Netze laufen?
Pfeifle: Per SSH. Der initiale Verbindungsaufbau läuft zwangsläufig über SSH. Ohne SSH-Daemon kann kein NX-Server laufen. Nach Abschluss der Authentisierungsphase kann optional auf unverschlüsselte Übertragung umgeschaltet werden - was die schwächeren CPUs älterer NX-Clients schonen kann -, aber dies ist nur innerhalb abgeschlossener und per Firewall abgeschotteter LAN-Netze einer Erwägung wert.
Eine NX-Serverinstallation ist immer so sicher wie die betreffende SSH-Installation. Denn NX lässt keinen separaten Daemon laufen, der einen eigenen Port öffnet - NX-Verbindungen werden immer über den SSH-Daemon vermittelt.
Golem.de: Wie lässt sich NX auch in großen Installationen mit zahlreichen Clients nutzen? Wo liegen die Grenzen?
Pfeifle: Für jede Fullscreen-KDE-Session brauchen Sie eine Bandbreite von ca. 40 KBit/s, um noch flüssig arbeiten zu können. Dabei können Sie auch mit Nicht-KDE-Programmen arbeiten, die oft typischerweise mitlaufen: OpenOffice, Mozilla oder Acrobat Reader.
Pro laufender KDE-Anwender-Session braucht ein NX-Server circa 40 MByte RAM und 100 MHz CPU-Leistung. Ein Aldi-Rechner mit 1.024 MByte RAM und 3 GHz CPU-Leistung sollte also noch sehr gut mit 25 parallelen Sessions klarkommen, und erst ab etwa 35 Sessions anfangen, gelegentlich "weiche Knie" zu kriegen.
Franz: Da NX sich prinzipiell als Cluster von Applikationsservern über mehrere Knoten verteilen lässt, könnten Sie sich auch ein Blade-Center von IBM oder HP zulegen. Dann könnten Sie viele hundert Benutzer zugleich darauf arbeiten lassen. In jedem Fall sprengt ein NX-Applikationsserver die Grenzen, bei dem ein Citrix-Metaframe-Server längst in die Knie geht.
Golem.de: Ist ein eigener, freier Windows-Client auf Basis des No-Machine-Codes geplant oder überlässt man dies anderen?
Franz: Ein freier Windows-Client ist vorläufig nicht geplant. Das überlassen wir gerne anderen. Sobald KDE auf Windows ebenfalls problemlos läuft, wird der dann aktuelle kNX-Client sowieso ohne Zusatzaufwand mit dabei sein.
Der NoMachine-Client für Windows ist heute ohnehin kostenlos erhältlich und sogar frei re-distribuierbar. Der Reiz ist also nicht besonders hoch. Im Übrigen sind ja alle NX-Clients von NoMachine, also für Linux-, Solaris-, MacOS-X-, Zaurus-, iPAQ-, ThinStation- und andere Betriebssysteme, "frei wie in Freibier".
Pfeifle: Beim KDE-Client für NX ergibt sich unser Ansporn aus dem Ziel, diesen am Ende möglichst nahtlos in das KDE-Gesamtsystem zu integrieren und die komplette Power von KDE hier auszunutzen. Dazu gehören die Implementierung eines "nx://" kio-slaves und eines NX-KParts genauso wie ein Sichern der NX-Passwort-Informationen in Kwallet.
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Geht auch mit den Ascii code 92, aber nervt halt.. Die Sache mit den Remotesessions ist...