Münchner Linux-Projekt vorerst auf Eis gelegt (Update)
Gefahr durch Softwarepatente für Münchner Stadtverwaltung soll untersucht werden
Die Stadt München hat ihr vielbeachtetes Projekt, die Stadtverwaltung auf Linux umzustellen, auf Eis gelegt. Die Stadtverwaltung soll zunächst untersuchen, welche Gefahren der Einsatz von Linux durch Softwarepatente mit sich bringt.
Am gestrigen Abend, dem 3. August 2004, gab der oberste EDV-Verantwortliche der Stadt München, Wilhelm Hoegner, auf einer Mailingliste bekannt, dass die eigentlich für Ende Juli 2004 geplante Ausschreibung des "LiMux Base Client" vorerst nicht starten könne. "Aufgrund der zu prüfenden Fragen wurde die eigentlich für Ende Juli geplante Ausschreibung des Limux-Basisclients gestoppt. Zunächst wird die Verwaltung die rechtlichen und finanziellen Risiken versuchen abzuschätzen, bevor das Verfahren weitergeht", heißt es in der E-Mail.
Alleine der "Basisclient" aus der Machbarkeitsstudie der Stadt München, der in dieser oder ähnlicher Form auf den Computern von 14.000 Mitarbeitern installiert werden soll, steht nach einer ersten Recherche der Softwarepatentkritiker des FFII im Konflikt zu über 50 europäischen Softwarepatenten.
"Die Entscheidung der Stadt München sollte alle Alarmsirenen in der Bundesregierung schrillen lassen. Das Bundesinnenministerium empfiehlt allen öffentlichen Verwaltungen den Umstieg auf Linux, und das Bundesjustizministerium macht das Ganze zu einer Fehlentscheidung, die Milliarden von Euro kosten kann", warnt Florian Müller der MySQL in Sachen Softwarepatente berät.
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