Zunahme von Online-Betrügereien befürchtet
"Die Betrugsversuche beim Online-Banking werden sich in den kommenden Jahren noch weiter ausweiten. Jedem Benutzer muss klar sein, dass er jederzeit in das Visier listiger Betrüger geraten kann" , meint KOM-Leiter Ralf Steinmetz. Weiter führt er aus: "Hundertprozentigen Schutz gegen solche Angriffe gibt es nicht."
Das KOM-Institut sieht im so genannten Phishing nichts anderes als bekannte Betrügereien an der Haustür, bei denen versucht wird, das Vertrauen von Menschen auszunutzen. Kriminalität beim Online-Banking sei deshalb vor allem ein psychologisches Problem, das nicht alleine durch Sicherheitstechnik gelöst werden könne, meint Ivan Martinovic, der sich am KOM-Institut mit Sicherheit und Vertrauen im Internet beschäftigt.
Ivan Martinovic fordert: "Die Banken müssen ihre Kunden mehr als bisher über Methoden der Online-Betrüger informieren." Ohnehin sollten Nutzer sehr vorsichtig sein, wenn in E-Mails nach vertraulichen Daten wie Kennwörtern gefragt wird, da es sich hierbei meist um Betrugsversuche handele.
Martinovic konzentriert sich in seiner Arbeit auf erweiterte Konzepte der Vertrauensbildung im Internet, indem Benutzern ermöglicht wird, verschiedene Vertrauensstufen zu definieren. Das KOM-Institut wolle eine Art "Network of Trust" konzipieren, um damit die Vertrauenswürdigkeit von Informationen besser zu erfassen. Diese Forschungen befinden sich jedoch noch in den Kinderschuhen, so dass es noch dauern wird, bis entsprechende Mechanismen umgesetzt werden. Derzeit fließen die Ergebnisse des KOM-Instituts in das so genannte E-Fincance-Lab, einer Initiative der Universitäten Frankfurt und Darmstadt sowie Finanzdienstleistern wie der Post Bank und der Deutschen Bank.



