Grüne Jugend: Private Kopien bringen niemanden in den Knast
Zu diesem Anlass untermauert unter anderem Markus Beckedahl, Vorsitzender des Netzwerks Neue Medien und Koordinator des Medien-Forums der Grünen Jugend, die Kritik an der Kampagne: "Die Hart-aber-gerecht-Kampagne kommuniziert mit Slogans 'Raubkopierer sind Verbrecher', dass Urheberrechtsverletzungen mit Haftstrafen bis zu fünf Jahren bestraft werden könnten. Gewerbsmäßiges Raubkopieren gehört geahndet, aber diese Zielgruppe spricht die Kampagne nicht an."
Kritiker sehen in der Kampagne den Versuch einer Kriminalisierung breiter Bevölkerungsschichten, die Filme oder Musik für den privaten, nicht-kommerziellen Gebrauch kopieren oder aus dem Internet herunterladen. Dabei nutze die Kampagne irreführende Werbung und versuche junge Menschen mit ihren peinlichen und teilweise menschenverachtenden Werbespots zu manipulieren.
Der mobile "Knast" auf seiner Tour durch Schulhöfe sei ein weiterer lächerlicher Versuch, jungen Menschen zu suggerieren, dass für das private Kopierern fünf Jahre Haft drohen. "Juristisch gibt es dafür keine Handhabe," erklärt Beckedahl.
Um Jugendliche für das private, nicht-kommerzielle Kopieren und Tauschen von Musik und Filmen über das Internet auch zukünftig vor dem Gefängnis zu bewahren schlägt die Grüne Jugend eine Content-Flatrate auf Basis von Pauschalabgaben auf den Internetzugang vor. Diese gewährleiste den Interessenausgleich zwischen Urhebern und Konsumenten, zwischen Zugang und Vergütung.