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Spieletest: Schlacht um Troja - Einfallsloses Strategiespiel

Heldensage schlecht umgesetzt. Das PC-Spiel "Schlacht um Troja" von THQ greift die Geschehnisse beim Krieg um Troja auf, die vor kurzem in Wolfgang Petersens Film ein weiteres mal verarbeitet wurden. Passend dazu kommt nun das Echtzeitstrategiespiel, das allerdings außer dem Titel rein gar nichts mit dem Film zu tun hat. Im Spiel schlägt man sich entweder auf die Seite der Belagernden Griechen oder auf die der Trojaner.
/ Andreas Donath
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Das Spiel geht ohne Umschweife zur Sache – animierte EInleitungssequenzen oder ähnliche Stimmungsmacher wurden weggelassen. Neben der Auswahl der Bildschirmauflösung (nur maximal 1024 x 768 Pixel) kann man dann noch die Lautstärke und einige weitere Grafikeinstellungen vornehmen und muss sich dann zwischen der Armee des Königs Menelaus (Griechen) oder den Trojanern um Paris entscheiden. Die Kampagnen bestehen jeweils aus acht Missionen. Wem das nicht ausreicht, kann auch noch eigene Missionen mit einem Editor erstellen.

Das Spiel Schlacht um Troja erfordert praktisch keine Einarbeitungszeit – neben ein paar Waffengattungen (Speerwerfer, Bogenschützen, Schwertkämpfer, Reiter und Späher sowie Anführer) gibt es noch Heiler, die angeschlagene Kämpfer wieder munter machen. Die Heiler sind unbewaffnet, was sie zu einem beliebten taktischen Angriffsziel der Gegner macht. Die Anführer sind mit besonders hohen Leistungwerten ausgerüstet und sorgen dafür, das die um sie herum versammelten Truppen effektiver kämpfen.

Die Truppen durchleben drei Erfahrungsstufen, mit deren ihre Kampfeskraft bzw. im Falle der Heiler ihre Fähigkeiten zur Wundbehandlung ansteigen können. Es lohnt sich also, die Einheiten möglichst nicht zu verheizen, sondern zu trainieren und zu versorgen.

Zur Truppenausbildung gibt es vier Gebäude, die man in der Nähe seiner Basis errichten kann – und die ebenfalls gut geschützt werden sollten. Ein Wehrturm übernimmt die Verteidigung der Städte.

Die Rohstoffversorgung in Schlacht um Troja ist denkbar simpel – außer Gold ist nichts zu horten. Dieses erhält man vor allem durch herumstehende Tonkrüge und durch die Hinterlassenschaften toter Gegner.

Das Spiel beinhaltet eine dreh- und zoombare 3D-Ansicht und eine Minimap, auf der man die Position der eigenen Truppen und Gebäude und er aufgeklärten Gegner erkennen kann. Da die Karten recht groß sind, ist es so möglich, einigermaßen die Übersicht zu behalten. Neben Feindstellungen gibt es auch neutrale Siedlungen, die man nach der Eroberung zur Goldgewinnung und als Basis nutzen kann.

Die Grafik von Schlacht um Troja ist im besten Fall als anachronistisch zu bezeichnen. Die Figuren sind lieblos gezeichnet und animiert, die Gebäude einfallslos und schlicht und auch die Spezialeffekte erinnern eher an Spiele aus den 90er Jahren. Auch aus den Lautsprechern kommt wenig erfreuliches, so dass man schnell zum Lautstärkeregler greift.

Die Spielsteuerung erlaubt zwar die Gruppierung von Einheiten, eine Formationsaufstellung ist jedoch nicht vorgesehen, obwohl gerade diese dem Themas angemessen gewesen wäre. Zudem ist der Mauszeiger für ein Strategiespiel viel zu schnell unterwegs – seine Geschwindigkeit lässt sich jedoch nicht regeln. Das Speichern des Spielstandes ist zu guter Letzt nicht mitten in der Schlacht sondern nur Missionsweise möglich.

Fazit:

"Schlacht um Troja" hält nicht, was der Titel und vielleicht durch den Film aufgestellte Erwartungen in Aussicht stellen. Das Programm ist vielmehr ein liebloses Echtzeitstrategiespiel mit langweiliger Grafik, ohne Innovationen und wenig Atmosphäre.


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