Spieletest: Soldiers - Heroes of World War II

Die Steuerung erlaubt es bei den einzelnen Soldaten mehrere Waffen, Handgranaten, Panzerbekämpfungsmittel, aber auch so spiele-untypische Gegenstände wie Benzinkanister, Streichhölzer und Werkzeugkästen mit sich herumzutragen und zu benutzen.
Bei manchen Fahrzeugen kann man sogar zwischen unterschiedlichen Munitionstypen auswählen, einzelne Besatzungsmitglieder aussteigen lassen oder auch den Turm und das Chassis unabhängig voneinander steuern.
In Soldiers muss sich der Spieler zwar nicht um alles alleine kümmern, da es auch einen Automatikmodus gibt, bei dem man den Figuren lediglich selektiv Richtungs- und grobe Handlungsanweisungen gibt, doch kann jederzeit auf Knopfdruck die komplette Kontrolle über die selektierte Einheit erlangt werden.
Die Trefferchance wird durch einen blauen Punkt symbolisiert, der im günstigsten Fall genau auf dem Gegner ruht. Die Geländetopographie ist hier von entscheidender Bedeutung für alle nicht ballistischen Waffen - quer über das Spielfeld schießen ist meist nicht möglich. Die Berücksichtung des Geländes eignet sich natürlich auch hervorragend zum Anschleichen, Deckung beziehen und zum Rückzug, vor allem, wenn eine Einheit nur zu Fuß unterwegs ist.
Das Spiel ist stark gescripted - das fällt besonders dann auf, wenn man sich nicht an den vorgesehen Missionsverlauf gehalten hat und dann unvermutet an manchen Stellen auftauchenden Gegnern begegnet.
Soldiers ist kein Action-Taktikspiel, bei dem es gilt, Dutzende eigener Einheiten auf den Gegner zu hetzen - vielmehr kommt es auf geschicktes, vorsichtiges Vorgehen an. Dass es durchaus hektisch werden kann, merkt man spätestens, wenn man es mit gegnerischen Panzern zu tun hat.
Die Gegner verhalten sich seit der bei Golem.de getesteten Beta deutlich intelligenter: So rennen beispielsweise Panzerbesatzungen, die aus abgeschossenen Tanks aussteigen, nicht mehr ständig sinnlos und selbstmörderisch gegen den ebenfalls im Panzer sitzenden Gegner an.
Das Spiel besteht aus mehreren Kampagnen, die sich auf deutsche, russische, britische und amerikanische Einsätze konzentrieren. Zu Beginn jeder Mission wird eine knappe Einleitung über die Ausgangssituation und die Missionsziele gegeben. Der Einleitung sollte auch unbedingt gefolgt werden, da es oft schwierig wird, eine Mission auch Scriptgerecht zu beenden, wenn die eigenen Einheiten sich beispielsweise zum Ende nicht zu einem bestimmten Punkt begeben.
Außerdem gibt es einige Zusatz- und Bonusmissionen und natürlich einen Multiplayer-Modus, bei dem die Einheiten anhand eines Verdienstmodells gekauft und so die eigene Armee zusammengestellt werden kann.
Auch akustisch überzeugt Soldiers durch entfernungsabhängige schuss- und lebensechte Fahrgeräusche. Die Musikuntermalung ist eher knapp, die Sprachausgabe ist sehr nervtötend und kann wie auch alle anderen tonalen Ereignisse unabhängig voneinander gedimmt und zum Glück auch abgeschaltet werden. Ein Tipp: Man kann bei Soldiers Winamp ohne Probleme im Hintergrund weiter laufen lassen und sich so mit einem eigenen Musikprogramm berieseln lassen.
Fazit:
Leider fehlt bei Soldiers - Heroes of World War II der Editor zur Erstellung neuer Karten. Wäre dieser dabei, wäre das Spiel ein absoluter Traumtitel geworden. Die Herausforderungen, der einzelnen Level bieten, fordern auch geübte Spieler in den höheren Spielstufen durch die Gegnerintelligenz und die Übermacht des Feindes immer wieder aufs Neue heraus.



