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Neue On-Chip-Antenne könnte Mobiltelefon im Ohr ermöglichen

Datenfunkchip mit integrierter Antenne weckt Intels Interesse. Funktechnologie ist mittlerweile soweit miniaturisierbar, dass auch so problematische externe Komponenten wie Resonator und Antenne auf Chips integrierbar sind – allerdings nicht ohne Hürden. Diese wollen Forscher der University of Michigan nun beseitigt haben und sehen schon ins Ohr passende James-Bond-Handys oder winzige Schadstoff-Sensoren, die per Funk Alarm schlagen – und haben auch schon das Interesse von Intel wecken können.
/ Christian Klaß
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Das Team um Kamal Sarabandi, dem Direktor des Radiation Laboratory Department im Fachbereich Electrical Engineering and Computer Science (EECS) der Uni Michigan, hat die laut eigenen Angaben erste On-Chip-Antenne plus zugehörigem Resonator entwickelt, die nicht nur energieeffizient und akkurat arbeitet sowie genügend Reichweite biete, sondern auch kostengünstig herzustellen sei.

Zum Einsatz kommt dabei eine winzige, mit Silizium einfach zu verbindende Schlitzantenne – eine Fläche aus Metall mit einem Schlitz bzw. einer Aussparung, welche von einem Metalldraht umgeben ist und so die elektromagnetischen Wellen deutlich effektiver ausstrahlen können soll, als eine traditionelle Drahtantenne. Zudem sei es wegen der Antennenform nicht nötig, die Frequenz der Antenne auf den Rest der Chipelektronik anzupasssen.

Anstatt eines Quartz-Resonators setzen die U-M-Forscher auf einen mikroelektromechanischen (MEMS) Resonator, der wie die Antenne direkt auf den Chip aufgebracht wird. Der MEMS-Resonator wurde von einer zweiten EECS-Gruppe entwickelt, die von Clark Nguyen geleitet wird. Die Technik soll ähnlich wie ein Weinglas funktionieren, das per Reiben des Fingers auf dem Rand zum Klingen gebracht wird – das "Weinglas-Rand-Design" soll die Reinheit des Signals bewahren. Ein Resonator erlaubt es einem Funkgerät, sich auf ein bestimmtes Signal zu fokussieren und andere zu ignorieren.

Obwohl die neue On-Chip-Antennen-Technik primär für den Einsatz in Umweltsensoren entwickelt wird, die einfach in die Gegend gestreut werden können, soll sie auch in Mobiltelefonen, Notebooks und anderen Datenfunkgeräten ihren Einsatz finden können. Intel soll – zwecks Integration ins Notebook – bereits an der vielversprechenden Technik interessiert sein, vermelden die Forscher stolz.


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