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Mummert: Bundesregierung soll stärker gegen Spam vorgehen

Jährlich 300 Millionen Euro Schaden in Deutschland durch Spam. Die von der Bundesregierung Anfang April 2004 verabschiedeten Regelungen, die im Rahmen des Wettbewerbsrechts Spam-Mails in Deutschland verbieten sollen, reichen nicht aus, worauf Mummert Consulting hinweist. Denn Spam-Versender müssen in Deutschland noch immer keine strafrechtlichen Konsequenzen befürchten.
/ Jens Ihlenfeld
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Unabhängig davon müssen Spammer in Asien oder Amerika das europäische Recht nicht fürchten. Deutschen Unternehmen entsteht dadurch ein jährlicher Schaden von rund 300 Millionen Euro durch unerwünschte Werbe-E-Mails, so die Schätzung von Mummert Consulting. Etwa jede vierte E-Mail in den elektronischen Postkästen der Betriebe sei heute Spam, so Mummert. Bis 2005 wird erwartet, dass dieser Anteil auf 40 Prozent klettert.

Deutsche Unternehmen mit mehr als 500 E-Mail-Konten erhalten derzeit im Durchschnitt mehr als 400.000 Spam-Mails pro Jahr. Der finanzielle Schaden liegt dadurch bei rund 60.000 Euro. Hauptkostenfaktor ist dabei der Arbeitsaufwand der Mitarbeiter. Geht eine unerwünschte Mail ein, benötigt ein Mitarbeiter laut Mummert rund zehn Sekunden, um sie aufzufinden, auszusortieren und anschließend die unterbrochene Arbeit wieder aufzunehmen. Zudem beansprucht jede nicht gelöschte E-Mail zusätzlichen Speicherplatz und verursacht somit zusätzliche Investitionen in Speichermedien.

Solange keine klare gesetzliche Regelung existiert, stehen nach Ansicht von Mummert die E- Mail-Dienstleister in der Verantwortung. Denn obwohl wirkungsvolle Spam-Filter bereits auf dem Markt seien, zeigte sich ein großer Teil der Anwender damit überfordert, sie auch einzusetzen. So rühmen sich Anbieter wie beispielsweise AOL, im vergangenen Jahr 500 Milliarden Spam-Mails durch Filter blockiert zu haben. 53 Prozent der deutschen Internetnutzer wüssten aber nicht, wie ein solcher Filter zu bedienen ist.


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