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Softwarepatente: Plant Microsoft Angriff auf Open Source?

Internes HP-Memo warnt vor Gefahr für Open Source durch Microsoft. In einem zwei Jahre alten internen HP-Memo, das jetzt erst an die Öffentlichkeit gelangte, warnt HP-Manager Gary Campbell eindringlich vor der Gefahr, die Microsoft für Open Source darstellt. Microsoft könne sein Patent-Portfolio nutzen, um gegen Open Source vorzugehen, und dies könne auch die Geschäfte von HP beeinträchtigen – obwohl HP und Microsoft sich ihre Patent-Portfolios gegenseitig lizenziert haben (Cross-Licensing-Agreement).
/ Jens Ihlenfeld
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Laut Campbell stehen die Projekte Samba, Apache und Sendmail ganz oben auf Microsofts Liste. Er geht davon aus, dass Samba das erste Opfer Microsofts sein wird. Auf Unternehmensseite seien OEMs ohne Cross-Licensing-Agreement die ersten Opfer. Hier nennt Campbell Sun als Beispiel, die mittlerweile aber eine Kooperation mit Microsoft geschlossen haben. Aber auch Unternehmen, die wie HP ein Cross-Licensing-Agreement mit Microsoft haben, sieht er gefährdet: Microsoft könnte verlangen, dass diese Unternehmen auf den Einsatz von Open Source verzichten, wenn sie weiterhin Microsofts Patente nutzen wollen. Auch Intel, Red Hat, SuSE und Oracle könnten zu den ersten Angriffszielen gehören, so Campbell.

Dabei argumentiert Campbell unter anderem mit §7 der GPL, der verhindert, dass patentierte Technologien unter der GPL verbreitet werden. Campbell steht mit seiner Auslegung dabei zwar im Widerspruch zu FSF-Justiziar Eben Moglen, Campbells grundsätzliche Einschätzung bleibt davon aber weitgehend unberührt.

HP hat gegenüber Newsforge(öffnet im neuen Fenster) die Echtheit des Memos bestätigt, misst diesem aber offiziell keine große Bedeutung bei, vor allem da es aus dem Jahre 2001 stammt.


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