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Test: Annehmbarer DivX-Pro-DVD-Player von Yakumo für 70 Euro

DVD Master DX4 spielt DVD, (S)Video-CD, MPEG, DivX, Xvid, JPEG und MP3. Mit dem "DVD Master DX4" liefert Yakumo seit Juli 2004 den bisher günstigsten DivX-Pro-DVD-Player aus. Im Test von Golem.de konnte das Gerät zwar zeigen, dass es mit DivX- und Xvid-komprimierten Filmen recht gut klarkommt; jedoch offenbarten sich auch einige mehr oder weniger gravierende Macken.
/ Christian Klaß
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Dank des DVD-Decoder-Chips vom Typ MediaTek MT1389DE kann der DVD Master DX4 nicht nur DVD-Spielfilme, (S)Video-CDs, Audio-CDs, MP3- und JPEG-Sammlungen abspielen, sondern auch MPEG-1- und MPEG-2-Dateien sowie in den Formaten DivX 3.11, 4.0, 5.x und DivX Pro auf CD oder DVD vorliegende AVI-Filme. Obwohl der freie DivX-Konkurrent XviD von Yakumo nicht aufgelistet wird, spielt das Gerät damit kodierte Filme anstandslos ab. Gleiches gilt für Import-DVDs: Ein nachträgliches Freischalten bleibt Cineasten hierbei erspart, da der DVD Master DX4 im Lieferzustand alle Regionalcodes verarbeitet.

Anders als bei DVD-Spielfilmen wird beim Einlegen von CDs oder DVDs mit AVIs, MPEGs, MP3s oder JPEGs nicht gleich die Wiedergabe gestartet. Stattdessen wird eine grafische, mehrsprachige Benutzeroberfläche dargestellt, die – unsinnigerweise auch bei nur einer einzelnen Video-, Bild- oder Audio-Datei – eine Auswahl der wiederzugebenden Datei erfordert. Die Benutzerführung wirkt wie ein sehr rudimentärer Dateimanager – denn es werden weder Infos zum Videocodec, noch zur Bitrate oder zur Auflösung angezeigt. Lediglich bei JPEGs gibt es ein Vorschaufenster. Die Darstellung des Bilds nach seiner Auswahl erfolgt dann wie bei Videos bildschirmfüllend. Bilder lassen sich rotieren und skalieren.

Zwar werden für jeden Dateityp auch ein Ordner- (nacheinander Dateien in einem Ordner abspielen) und ein Zufallsmodus geboten, aber die Wiedergabe von Dateien abseits des gerade geöffneten Ordners wird nicht unterstützt und bei MP3s (und nur dort) ist während der Wiedergabe dummerweise auch das einfache Hin- und Herspringen zwischen Musikstücken per Skip-Tasten nicht möglich, da man hier im Dateimanager bleibt und die Skip-Tasten nur zum Blättern dienen. Will man nicht warten, bis die Wiedergabe eines Musikstücks abgeschlossen ist, kann nur mittels Dateimanager eine andere Datei ausgewählt werden.

Bei MP3-Dateien werden während der Wiedergabe in die Nutzeroberfläche ein kleiner Equilizer sowie die Bitrate eingeblendet, die Infos der ID3-Tags werden ignoriert. Auch Playlisten werden nicht unterstützt, die Programmierungstasten auf der Fernbedienung funktionieren nur bei der DVD-Wiedergabe. Dafür ist es aber möglich, Musikstücke schneller und langsamer – ohne Tonverzerrung – anzuhören. Selbst rückwärts oder ausschnittsweise wiederholt können sie abgespielt werden. Das ist aber höchstens witzig, macht den DVD Master DX4 aber dennoch nicht zum MP3-Player-Ersatz fürs Wohnzimmer.

Ebenfalls gewöhnungsbedürftig ist, dass der Wiedergabestart von AVI-Dateien zwischen 6 und 15 Sekunden braucht. MPEG-1-Dateien werden beispielsweise deutlich schneller, fast ohne Verzögerung gestartet. Auch bei DVD-Spielfilmen tritt die Wartezeit nicht auf. Bei der Filmwiedergabe selbst gibt es nicht viel zu beanstanden – es kann unabhängig vom Filmformat 2-, 4-, 8- oder 16fach "gespult", das Video auch langsamer (aber ohne Ton) wiedergegeben sowie einstellbare Videoausschnitte wiederholt werden.

Während bei DivX-AVIs selbst mehrere AC3- und MP3-Tonspuren unterstützt und per Knopfdruck zwischen ihnen hin- und hergeschaltet werden konnte, ignorierte der DVD Master DX4 leider Untertiteldateien. Getestet hat Golem.de dies mit dem von anderen DivX-Playern unterstützten und auf dem PC verbreiteten SRT-Untertitelformat.

Während der Wiedergabe gibt das DVD-Laufwerk kaum einen Mucks von sich, der DVD Master DX4 ist also angenehm leise. Auch kommt die etwas behäbige Laufwerksschublade weit genug aus dem Gehäuse heraus, so dass das Einlegen von DVDs (auch DVD+R/RW, DVD-R/RW) und CDs (auch CD+R/RW) kein Problem darstellt, was nicht für jeden "Billig-DVD-Player" gilt. Etwas störend ist aber, dass nicht jede Scheibe auch gleich vom DVD-Player erkannt wird, was sich nach einem Neu-Einlegen im Golem.de-Test immer beseitigen ließ. Ob dies immer eine Lösung ist, lässt sich erst bei längerer Nutzung absehen. Irritierend ist, dass der CD/DVD-Auswurf-Knopf ("Eject") nicht neben der mittig platzierten Schublade sitzt, sondern weiter rechts davon fast am rechten Rand des Geräts.

Bei der Fernbedienung gibt es nur zu sagen, dass sie ihren Zweck erfüllt, keine Design-Rekorde schlägt und im Dunkeln dank fehlender Beleuchtung bzw. wegen nicht fluoreszierender Tasten nicht gut zu erkennen ist. Aber bei einem 70-Euro-Gerät sollte man auch nicht zu viel erwarten. An Tasten zum schnellen Vor- und Rückspulen direkt am Gerät hat Yakumo, wie auch andere Hersteller, gespart. Zudem müssen die Tasten etwas fester gedrückt werden, da sie mitunter schon das Gefühl geben, man hätte etwas bewirkt, das Gerät aber nicht reagiert. Dafür gibt es dann aber nicht nur die Möglichkeit, das Gerät per Fernbedienung ein- und auszuschalten, sondern per Schalter an der Gehäusefront richtig auszuschalten.

Der DVD Master DX4 bietet neben der Euro-AV-Scart-Buchse – über die auch Progressive Scan (YUV-Scart) unterstützt wird – zudem je einen S-Video- (Y/C) und Cinch-Video-Ausgang (CVBS). Zwischen NTSC-, PAL- und Multiformat-Modi lässt sich übrigens per Fernbedienung umschalten. Ein koaxialer digitaler Audioausgang (Dolby Digital AC3, DTS) sorgt für Raumklang, analoges Stereo gibt es per Scart oder Stereo-Cinch. Auf analogen Mehrkanal-Sound, VGA und DVI muss beim DVD Master DX4 verzichtet werden.

Im Lieferumfang sind neben dem silberfarbenen Gerät (43 x 5 x 26 cm, 2,5 kg) ein Scart-Kabel, ein Video- und ein Audiokabel, eine Fernbedienung, Batterien und eine mehrsprachige Bedienungsanleitung enthalten. Allerdings stellt die Bedienungsanleitung oft keine große Hilfe dar, zumal sie eine Benutzeroberfläche beschreibt, die nur zum Teil der Realität entspricht.

Yakumo zufolge ist der DVD Master DX4 seit Anfang Juli 2004 für 69,- Euro im Fachhandel erhältlich.

Fazit:
Der Yakumo DVD Master DX4 erfüllt seinen Zweck als Allround-Player recht ordentlich – DVD, (S)VCD, DivX und Xvid machen keine Probleme. Allerdings müssen – wie oft auch bei anderen Geräten der untersten Preisklasse – Abstriche etwa bei Schnittstellen-Ausstattung und Bedienung gemacht werden. Letzteres könnte Yakumo per Firmware-Update ausbügeln, realistisch gesehen passiert etwas Derartiges bei Geräten der Preisklasse von deutlich unter 100,- Euro jedoch selten.


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