Automatisches Raumschiff aus Deutschland wird ISS versorgen

Am ATV sind 30 Firmen aus 10 europäischen Staaten beteiligt. Darüber hinaus liefern 8 Firmen aus Russland und den USA Bauteile. Das ATV gilt als ein wesentlicher Bestandteil des europäischen Beitrags zum ISS-Entwicklungsprogramm. Deutschland trägt davon 41 Prozent, was laut BMBF rund 1,3 Milliarden Euro entspricht. Die Entwicklung des ATV wurde 1997 von der EADS in Les Mureaux (Frankreich) begonnen, den Bau soll die EADS Weltraumabteilung "EADS SPACE Transportation" nun in Bremen durchführen.
Der Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Wolf-Dieter Dudenhausen, bezeichnete die Vereinbarung vom 13. Juli 2004 in Bremen als Beleg für eine erfolgreiche deutsche Raumfahrtpolitik: "Der Vorsprung in der Forschung sichert Arbeitsplätze in Deutschland."
Die Bremer EADS SPACE Transportation ist als Projektleiter auch an der Entwicklung des unbemannten deutschen Spaceshuttle-Konkurrenten "Phoenix" beteiligt. Dabei handelt es sich um eine 1:7-Miniaturausgabe des Hopper-Konzepts, eines automatisierten, von einem 4 km langen Schlitten in den Weltraum katapultierten wiederverwendbaren Raumtransporters (50 Meter Länge, 27 Meter Spannweite) für 7,5 Tonnen Nutzlast. EADS SPACE Transportation kümmert sich dabei um die komplette Software-Entwicklung, insbesondere für die KI-gesteuerte automatische Landung. Beteiligt an Phoenix sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig sowie weitere Partner, die sich um den Bau des wiederverwendbaren deutschen Raumtransporters kümmern.
Ziel der bereits laufenden Phoenix-Flugerprobung sind Erkenntnisse über das Verhalten des Fluggeräts während eines steilen Landeanflugs und dem automatischen Aufsetzen auf der Erde. Sollte sich die ESA auf Basis der Phoenix-Ergebnisse für das Konzept Hopper entscheiden, könnte das Fluggerät ab dem Jahr 2020 einsatzbereit sein.
Noch ist es allerdings laut EADS etwas früh, zu sagen, welche Raumtransportsysteme ab 2020 Nutzlasten ins All befördern werden – EADS SPACE Transportation prüft neben Phoenix noch die Projekte Pre-X, Ares und Themis.