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Peilsender zur Ortung von Kindern und Alten entwickelt

TraceCare datenschutzrechtlich problematisch. Die Wiesbadener Firma TraceCare will einen etwa Streichholzschachtel großen Peilsender anbieten, der jederzeit über das Internet zu orten ist. Vorgesehen ist das Gerät etwa für Kinder, alte Menschen oder geistig Verwirrte.
/ Andreas Donath
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Mittels einer SMS aktiviert der Eigentümer die Minibox, die daraufhin ihre Standortdaten mit Hilfe des Global Positioning Systems bestimmt und an TraceCare schickt. Die Firma macht dann, nach Eingabe eines Passworts, im Internet eine Landkarte abrufbar, auf der die Position des Senders markiert ist. Ortungsprobleme in Tiefgaragen oder Kellern umgeht das Gerät, indem es sich den letzten Standort vor dem Funkloch merkt.

"Ein eingesperrtes Kind kann so jederzeit gefunden werden" , sagte TraceCare-Vertriebschef Sascha Tilli. Das Gerät für rund 100,- Euro sowie etwa 10,- Euro Monatsgebühr könnte allerdings auch genutzt werden, um Mitmenschen auszuspähen.

Darin sieht der Hessische Datenschutzbeauftragte Michael Ronellenfitsch einen klaren Rechtsbruch: Werde etwa einem Ehepartner auf diese Weise nachspioniert, verstoße das "gegen das Recht, selbst über die Verwendung persönlicher Daten entscheiden zu können" . Der Vertrieb solcher Sender könne nicht verhindert werden, "aber die Kontrolle der Datenübermittlung wird genau zu überwachen sein" , so der Jurist.


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