Suchmaschine Orase durchforstet Web mal anders
Orase grast das Web nicht im Voraus ab oder sucht auf User-Eingaben hin in einem eigenen Index, sondern analysiert die Suchanfrage zunächst einmal nach Wortbestandteilen, erzeugt dann inkl. Singular-Plural-Analye eine Liste von URLs, die den Suchbegriff beinhalten und ruft dann diese Seiten ab. Wenn man also beispielsweise nach "auto" sucht, werden URLs wie "auto.net, "auto-Suche.de" und ähnliche, nahe liegende URLs erzeugt, die aufgerufen und durchsucht werden. Zudem werden einige hinterlegten "Expertenseiten" analysiert, die passende URL-Listen beherbergen sollen. Hierzu gehören DMOZ und Wikipedia. Auch diese URLs werden live aufgerufen und analysiert. Die gesammelten Seiten werden dann in einer gewichteten Liste nach Relevanz als endgültiges Suchergebnis dargestellt. Das Konzept der selbst generierten URLs ist naturgemäß Link-Farm-anfällig und kann auch schnell zugespammt werden. Der Autor, ein 16-Jähriger, hat dagegen allerdings einige Schutzmaßnahmen eingebaut.
Nach einigen Versuchen mit Orase kann man durchaus feststellen, dass nicht bei allen Suchbegriffen die gleiche Ergebnisqualität erreicht wird wie bei Google. Bei allgemeinen Begriffen liegt meist Orase vorne, während bei Fachbegriffen oder auch sehr vielen einzelnen Wörtern Google bessere Ergebnisse erzielt. Es gibt allerdings einige sehr seltsame Ergebnisse, bei denen sich nicht einmal der Suchbegriff auf den Seiten im Quellcode finden lässt.
Die Suchmaschine scheint im Gegensatz zu den Anfängen nun keinen funktionierenden Familienfilter mehr zu besitzen, der manche Begriffe ignoriert – dieser Filter lässt sich nicht wie bei Google einfach einschalten. Neben pornografischen Begriffen werden auch rassistische und extrempolitische Begriffe gesucht – für Kinder ist die Suchmaschine damit leider eher nicht geeignet.