Abo
  • Services:

Spintronik: Neues Material für höhere Speicherdichten

Mainzer Forscher suchen Material mit hoher Spinpolarisation

Eine Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Claudia Felser vom Fachbereich Chemie und Pharmazie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat ein neues Material entdeckt, aus dem sich möglicherweise kleinere Datenspeicher mit höheren Speicherdichten bauen lassen. Das Material mit der chemischen Formel Co2Cr0.6Fe0.4Al könnte möglicherweise Silizium als Basis von Computerchips ablösen.

Artikel veröffentlicht am ,

Dabei setzen die Forscher auf Spintronik, ein Konzept zur Verarbeitung von Daten, bei dem nicht nur die elektrische Ladung, sondern auch die Eigenrotation von Elektronen genutzt wird. Dieser so genannte "Spin" stellt eine Drehung des Elektrons um ihre eigene Achse dar. Je nachdem, ob die Drehung im Uhrzeigersinn oder gegen ihn erfolgt, ist von "Spin Up" oder "Spin Down" die Rede.

Stellenmarkt
  1. Bezirk Mittelfranken, Ansbach
  2. Power Service GmbH, Köln

Für eine praktische Nutzung soll das eingesetzte Material über eine möglichst hohe Spinpolarisation verfügen, d.h. möglichst viele Elektronen sollen sich in der gleichen Richtung ausrichten. Zudem soll das Material eine hohe Spinpolarisation an der so genannten "Fermi-Kante" aufweisen, eine Art Trennlinie zwischen mit Elektronen besetzten und unbesetzten Zuständen, an der der Strom geleitet wird.

"Das Traummaterial für die Spintronik würde eine hundertprozentige Spinpolarisation an der Fermi-Kante zeigen", erläutert Prof. Felser, die zusammen mit Prof. Dr. Burkard Hillebrands aus Kaiserslautern dem Team aus Chemikern und Physikern vorsteht. "Bis heute hat noch kein geeignetes Material den Weg vom Forschungslabor zur technischen Anwendung geschafft."

Die Forschergruppe um Felser und Hillebrands hofft, bei den halbmetallischen Ferromagneten und hier insbesondere den Verbindungsklassen Heusler-Verbindung und Doppelperowskite fündig zu werden. Vor allem soll das neue Material die gewünschten Eigenschaften auch bei Raumtemperatur zeigen, denn für tiefe Temperaturen sind solche Materialien schon bekannt.

"Entweder war bisher die Spinpolarisation und damit der Magnetwiderstand zu klein oder die so genannte Curie-Temperatur zu niedrig, so dass der Effekt nur bei Temperaturen weit unterhalb der Raumtemperatur auftrat", erklärt Prof. Felser die Schwierigkeiten.

In der Informationstechnologie könnten die neuen Materialien bei Leseköpfen in magnetischen Festplatten, für Positions- und Winkelsensoren sowie magnetisch frei adressierbare Speicher (MRAM) zur Anwendung kommen. Bei Speichermedien könnten somit auf viel weniger Platz mehr Daten gespeichert werden und im Gegensatz zu herkömmlichen Siliziumchips würden die Informationen fest gespeichert und bei einem Stromausfall nicht verloren gehen.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. mit Gutschein: HARDWARE50 (nur für Neukunden, Warenwert 104 - 1.000 Euro)
  2. auf ausgewählte Corsair-Netzteile

ThadMiller 09. Jul 2004

überarbeitet? In der Forschung, insbesondere bei laufender Forschung, sind Begriffe wie...

Manuel 09. Jul 2004

Von wegen - bis dahin wird Software so aufgeblasen sein, dass der Bootvorgang immer noch...

zzz 09. Jul 2004

Mein Gott! In der Meldung tritt 2x das Wörtchen "möglicherweise" auf! Was ist denn das...

Quigonjim 08. Jul 2004

Ne dann wirds den Begriff booten gar nicht mehr geben, da der rechner direkt an ist wenn...

MrMojo 08. Jul 2004

is doch schier. Booten in weniger als 1 Sekunde.


Folgen Sie uns
       


Sonnet eGFX Box 650W - Test

Die eGFX Box von Sonnet hat 650 Watt und ist ein externes Grafikkarten-Gehäuse. Sie funktioniert mit AMDs Radeon RX Vega 64 und wird per Thunderbolt 3 an ein Notebook angeschlossen. Der Lüfter und das Netzteil sind vergleichsweise leise, der Preis fällt mit 450 Euro recht hoch aus.

Sonnet eGFX Box 650W - Test Video aufrufen
Windenergie: Wie umweltfreundlich sind Offshore-Windparks?
Windenergie
Wie umweltfreundlich sind Offshore-Windparks?

Windturbinen auf hoher See liefern verlässlich grünen Strom. Frei von Umwelteinflüssen sind sie aber nicht. Während die eine Tierart profitiert, leidet die andere. Doch Abhilfe ist in Sicht.
Ein Bericht von Daniel Hautmann

  1. Hywind Scotland Windkraft Ahoi

Krankenversicherung: Der Papierkrieg geht weiter
Krankenversicherung
Der Papierkrieg geht weiter

Die Krankenversicherung der Zukunft wird digital und direkt, aber eine tiefgreifende Disruption des Gesundheitswesens à la Amazon wird in Deutschland wohl ausbleiben. Die Beharrungskräfte sind zu groß.
Eine Analyse von Daniel Fallenstein

  1. Imagen Tech KI-System Osteodetect erkennt Knochenbrüche
  2. Medizintechnik Implantat wird per Ultraschall programmiert
  3. Telemedizin Neue Patienten für die Onlinepraxis

Cruijff Arena: Ed Sheeran singt mit Strom aus Nissan-Leaf-Akkus
Cruijff Arena
Ed Sheeran singt mit Strom aus Nissan-Leaf-Akkus

Die Johann-Cruijff-Arena in Amsterdam ist weltweit das erste Stadion, das seine Energieversorgung mit einem Speichersystem sichert, das aus Akkus von Elektroautos besteht. Der englische Sänger Ed Sheeran hat mit dem darin gespeichertem Solarstrom schon seine Gitarre verstärkt.
Ein Bericht von Dirk Kunde

  1. Energiewende Warum die Bundesregierung ihre Versprechen nicht hält
  2. Max Bögl Wind Das höchste Windrad steht bei Stuttgart

    •  /